Verfehlte Volksabstimmung
Schweizer lehnen Erbschaftssteuer ab

Es bleibt dabei: Die Schweizer wollen keine Steuern. Nun verfehlt auch eine Initiative für eine Erbschaftssteuer ihr Ziel. In einer weiteren Befragung stimmten die Schweizer für den Ausbau der Präimplanationsdiagnostik.
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BernIn der Schweiz bleiben Millionen-Erbschaften für direkte Nachkommen weitgehend steuerfrei. Die Volksinitiative für eine nationale Erbschaftssteuer verfehlte bei einer Volksabstimmung am Sonntag klar die Mehrheit. Laut Hochrechnung des Forschungsinstituts gfs.Bern lehnten mehr als 70 Prozent der Eidgenossen eine solche Steuer ab.

Die Initiatoren aus dem Kreis der Sozialdemokraten und Gewerkschaften wollten eine einheitliche Erbschafts- und Schenkungssteuer von 20 Prozent auf Summen von mindestens zwei Millionen Franken (1,9 Millionen Euro). Die Steuer sollte jährlich rund drei Milliarden Franken in die Kassen spülen. Wirtschaft und bürgerliche Parteien waren dagegen, da sie Probleme speziell bei der Nachfolge in Unternehmen sahen. Mit dem Nein zu einer nationalen Regelung haben weiterhin die Kantone das Sagen über die Besteuerung von Erbschaften und Schenkungen. Dort gibt es zwar solche Steuern. Doch gelten die Regelungen als großzügig. Direkte Nachkommen sind fast überall steuerbefreit.

In einer weiteren Frage der Volksabstimmung stimmten die Schweizer für einen ersten Schritt zur Präimplantationsdiagnostik. 61,9 Prozent der Wähler stimmten für eine Verfassungsänderung, die die Grundlage legt für die Untersuchung künstlich befruchteter Embryos vor der Einpflanzung in den Mutterleib. Gescheitert ist die „Stipendien-Initiative“, die die Ausbildung unabhängiger vom Geldbeutel der Eltern machen wollte. Eine hauchdünne Zustimmung gab es zum Radio- und Fernsehgesetz. Weil nun jeder Haushalt unabhängig vom Besitz eines TV- oder Radiogerätes zahlen muss, sinkt die Gebühr.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Verfehlte Volksabstimmung: Schweizer lehnen Erbschaftssteuer ab"

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  • Da hat das gierige P.ack ja richtig schön eine auf den Rüssel bekommen: Die primitivsozialistische Einstellung, man solle Erben stärker belasten, entspringt nur Spatzenhirnen!
    Wenn ein Erbe nichts für das Erreichen des geerbten Vermögens getan hat und hoch belastet werden soll, mit welcher Berechtigung sollte dann eigentlich eine Staatskasse, also quasi die Allgemeinheit, einen Vorteil davon haben können, daß ein Mensch stirbt, also eine Allgemeinheit, welche den Erblasser (im Gegensatz zu seiner Familie) noch nicht einmal persönlich gekannt hat???
    Und noch etwas: Sollen auch z.B. erwachsene Kinder eines verstorbenen Unternehmers mit einer höheren Erbschaftssteuer belastet werden, die 20 oder 30 Jahre lang voll im Unternehmen mitgearbeitet haben??
    Dies ist in sehr vielen inhabergeführten Betrieben der Fall!!
    Ein solcher Erbe würde also post mortem z.B. seines Vaters noch im Nachhinein für seine eigene jahrelange Leistung bestraft, die zum Erfolg der Firma und zum Vermögensaufbau beigetragen hat.

  • Tu felix Helvetia

  • Ja die Schweizer, - alles richtig gemacht wer dort sich Staatbürger nennen darf. Zwar unterliegen die Schweizer auch zunehmend dem Einfluss der "Möchtegern Weltpolizei" Amerika und auch hier ist nicht der Ort wo Milch und Honig fließen, dennoch die Bewohner sind zufrieden und wirken kämpferisch.
    Aus eigener Erfahrung kann ich nur den leistungswilligen jungen Deutschen die Auswanderung dort hin empfehlen. Liberalismus = Freiheit wie sie dort praktiziert wird, erfordert immer auch Verantwortung für sich zu übernehmen zu wollen.
    Damit haben die meisten Deutschen Schlafschafe schon in der Vergangenheit nicht gewollt und damit werden sie jetzt bestraft. Gorbi hatte schon Recht mit seiner Aussage

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