Vergabe von Staatsaufträgen
China will Aufträge international ausschreiben

Lange haben sich Unternehmen über die willkürliche Verteilung von chinesischen Staatsaufträgen beschwert. Das soll sich 2014 ändern – China will seine Märkte weiter öffnen. Die deutsche Wirtschaft begrüßt den Schritt.
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PekingAusländische Unternehmen sollen künftig leichter an Staatsaufträge in China kommen. Die Volksrepublik wolle 2014 dem „Vertrag über die öffentliche Auftragsvergabe“ der Welthandelsorganisation WTO beitreten, sagten Regierungsvertreter am Freitag in Peking. Der US-Handelsbeauftragte Michael Froman, der dort zu Gesprächen weilt, bestätigte dies. China wolle „im Jahr 2014 ein überarbeitetes Angebot“ für den Beitritt vorlegen, sagte er. Das Land vergibt jährlich Staatsaufträge im Volumen von 100 Milliarden Dollar – 93 Prozent davon von Kommunalverwaltungen, die ausländische Firmen bislang nicht berücksichtigen. Dies war von den USA wie von der Europäischen Union kritisiert worden.

China wolle aber nun ein Angebot für den Beitritt unterbreiten, das „auf gegenseitigem Respekt und Gleichheit basiert“, sagte Vize-Finanzminister Zhu Guangyao. Bisher sind von den 157 WTO-Mitgliedern lediglich 42 dem „Government Procurement Agreement“ (GPA) beigetreten.

Der deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) begrüßt das Vorhaben. „Damit macht die Volksrepublik einen weiteren Schritt in Richtung Öffnung der eigenen Märkte“, sagte DIHK-Experte Ilja Nothnagel. „Davon kann die deutsche Wirtschaft profitieren.“ Etwa jedes zweite deutsche Unternehmen sieht die bisherige Abschottung als Hürde bei Geschäften mit China, ergab eine DIHK-Umfrage. 5000 deutsche Unternehmen sind derzeit vor Ort aktiv. Aber auch China profitiert laut Nothnagel von der Öffnung. „Durch eine internationale Ausschreibung wird mehr Wettbewerb erreicht.“ Angesichts des langsameren Wirtschaftswachstums sei auch der chinesische Staat auf mehr Effizienz angewiesen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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