Vergehen durch US-Soldaten im Irak
Bush verspricht Aufklärung der Massakervorwürfe

Nach den schweren Vorwürfen eines Massakers im irakischen Ort Haditha hat George W. Bush hat eine gründliche Untersuchung angekündigt. Etwaige Schuldige sollten bestraft werden, erklärte der US-Präsident.

HB WASHINGTON/SAMARRA. „Wenn tatsächlich Gesetze gebrochen wurden, dann gibt es eine Bestrafung“, sagte Bush am Mittwoch. Zuvor war bekannt geworden, dass ein Untersuchungsbericht die beteiligten Soldaten schwer belastet. Demnach hat es sich bei der Tötung von 24 Zivilisten im November offenbar um einen Angriff der US-Truppen gehandelt, dem keine Provokation vorausging. Es könnten die schlimmsten öffentlich gemachten Vergehen durch US-Soldaten seit dem Einmarsch im Irak vor drei Jahren werden.

Die Forensik beweise, dass die Zivilisten Schusswunden aufwiesen, sagte ein US-Behördenvertreter zu dem Bericht. „Das zeichnet ein anderes Bild als das, das die Soldaten gaben.“ Die US-Armee hatte zunächst erklärt, die Menschen seien bei der Detonation einer am Straßenrand versteckten Bombe ums Leben gekommen. Ihre Wunden hätten aber nicht durch eine Explosion entstehen können, sagte der Vertreter. Er bestätigte damit einen Bericht der Zeitung „New York Times“ vom selben Tag. Die Zeitung hatte sich auf die Untersuchung berufen.

Der Präsident sprach allerdings von einem Ausnahmefall. Das Marineinfanterie-Corps sei voller ehrenhafter Frauen und Männer, die die Regeln des Krieges verstünden.

38 000 Dollar Entschädigung

Bewohner der nordwestlich von Bagdad gelegenen Stadt Haditha sagten der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Soldaten das Feuer auf die Häuser eröffnet und Menschen erschossen hätten, nachdem ihre Patrouille von einer Straßenbombe getroffen worden war. Der „New York Times“ zufolge zahlte die US-Armee den Angehörigen der Opfer wenige Wochen nach dem Vorfall insgesamt rund 38 000 Dollar an Entschädigung.

Die meisten der Opfer waren Frauen und Kinder. Die dreiwöchigen internen Ermittlungen von Februar und März waren die ersten im Zusammenhang mit dem Vorfall. Untersucht wird Behördenvertretern zufolge auf zwei Feldern: Zum einen im konkreten Fall, darin könnten die Soldaten wegen Mordes angeklagt werden. Zum anderen laufe eine weitere Untersuchung darüber, ob die Soldaten den Vorfall vertuschen wollten.

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