Vergeltungsschläge

Türkisches Parlament für Syrien-Intervention

Das türkische Parlament stimmt für einen militärischen Auslandseinsatz in Syrien. Schon jetzt sind Hunderttausende in Syrien auf der Flucht. Der Europarat fordert alle europäischen Länder auf, die Grenzen zu öffnen.
Update: 04.10.2012 - 14:19 Uhr 27 Kommentare
Syrische Rebellen blicken auf ein brennendes Haus. Quelle: dpa

Syrische Rebellen blicken auf ein brennendes Haus.

(Foto: dpa)

Ankara/Beirut/BerlinDas türkische Parlament hat der Regierung und der Armee am Donnerstag grünes Licht für eine militärische Intervention im Nachbarstaat Syrien gegeben. In nicht-öffentlicher Sitzung stimmten 286 Abgeordnete für das auf ein Jahr befristete Mandat für Auslandseinsätze, 92 dagegen, wie der Nachrichtensender CNN-Türk meldete. Laut einer Meldung des türkischen Senders NTV erhielt die Vorlage 320 Ja-Stimmen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach den Übergriffen an der syrisch-türkischen Grenze beide Länder zur Zurückhaltung aufgerufen. "Wir verurteilen aufs Schärfste die syrischen Angriffe auf die Türkei", sagte sie am Donnerstag nach einem Treffen mit dem jemenitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi in Berlin. "Wir rufen gleichzeitig alle Beteiligten zu großer Besonnenheit auf."

An der klaren Verurteilung Syriens können es keinen Zweifel geben. "Wir stehen an der Seite der Türkei", versicherte die Kanzlerin dem Nato-Partner. Sie glaube aber auch, dass gleichzeitig Besonnenheit das Gebot der Stunde sei.

Türkei übt Vergeltung

Russland hat Syrien aufgefordert, den Beschuss türkischen Territoriums vom Mittwoch als Versehen zu erklären, das sich nicht wiederholen werde. Die Nachrichtenagentur RIA Nowosti zitierte Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag, der russische Botschafter habe mit der syrischen Regierung über den Vorfall gesprochen. Dabei habe die syrische Seite erläutert, dass es sich um ein "tragisches Versehen" gehandelt habe und zugesichert, dass so etwas nicht noch einmal passiere. "Wir denken, dass es von fundamentaler Bedeutung für Damaskus ist, dies offiziell zu erklären", sagte Lawrow.

Angesichts der dramatischen Lage in Syrien hat die Parlamentarische Versammlung des Europarats alle Länder in Europa sowie Israel aufgefordert, ihre Grenzen für syrische Flüchtlinge zu öffnen. Sie müssten "angemessene Einrichtungen" für die Aufnahme der Flüchtlinge und "jede notwendige Hilfe" bereitstellen, verlangten die Abgeordneten aus den 47 Mitgliedsländern am Donnerstag in einer Entschließung. Das "Schweigen der internationalen Gemeinschaft" zu den zahlreichen Flüchtlingen habe "schon viel zu lange gedauert".

Rund 300.000 haben ihr Land verlassen
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27 Kommentare zu "Vergeltungsschläge: Türkei gibt grünes Licht für Militäreinsatz in Syrien"

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  • @Island..Sie sind absolut der Hammer..ein Kriegshetzer wie im 3.Reich und die noch vom 1000 jährigem Reich träumen, träumen Sie weiter, bis Ihr Existenz in dieser Welt abgelaufen ist.
    Wenn schon Istanbul befreit werden sollte, dann schon von den Griechen und nicht von Bulgaren oder Rumänen...machen Sie sich erstmal Sachkundig wenn Sie schon so ein Schund hier Posten. Aber machen so weiter...so lächerlich - und wie gesagt träumen Sie weiter...sonst haben Sie ja nichts, womit Sie Ihre innere Befriedigung sättigen können.

  • Ob Versehen oder nicht - wegen so einer Kleinigkeit ein Land überfallen und Unschuldige töten??? Und Deutschlands Politiker unterstützen den Überfall der Türkei, wo sie doch sonst immer "diplomatische Lösungen" fordern! Sieht aus wie ein abgekartetes Spiel.
    +++ Von der Redaktion editiert +++

  • da ist das dreckige machtspiel usa/israel politiker.denen sind die guten beziehungen der tuerkei zu den islamisten schon lange ein dorn im auge.nun wollen die us-politiker mehrere fliegen mi einer klappe schlagen,assad vernichten,die rebellen in syrien mit schweren waffen und fluggeraet ueber die tuerkei beliefern.die tuerkei mit waffen zu beliefern,alles aus ihren waffenschrotplaetzen der us-armee,aufmarschgebiete gegen den iran einrichten,denn das erdoel iran light lockt.die us armee wird mit neuen waffen ausgestattet,die us waffenlobby liebt auf einmal einen schwarzen praesidenten und die nato im hinterhalt fuer spezial einsaetze erhaelt erdoel iran light zu sonderkonditionen.wiederwaertig diese pluenderungs kriege nach western art.

  • Also die Türkischen Truppen stehen jetzt in Westarmenien und teilweise in Kurdischen Siedlungsgebiet.

    Das wäre also die Gelegenheit die Türkischen Invasionstruppen aus Zypern zu vertreiben. Gleichzeitig befreien Rumänische und Bulgarische Truppen Konstantinopel von der Türkischen Fremdherrschaft und die Stadt bekommt den Status (Freie Stadt).

    Dabei sollten wir Kurdische und Armenische Truppen mit Waffen unterstützen.

    Damit würde der Angriffskrieg der Türken scheitern.

    Die Umsetzung des Vertrages von Sevres (Alliierter Plan) kann dann umgesetzt werden.

    Die Region wäre dann befriedet.



  • so etwas gab es schon mal...

    "Seit 5 Uhr 45 wird jetzt zurückgeschossen!"

    Hat damals auch prima geklappt, um die Bevölkerung an der Nase herum zu führen....

  • "Der Europa Rat fordert alle europäischen Grenzen für syrische Flüchtlinge zu öffnen."
    -----------------
    Kurz und knapp: NEIN!
    Wir haben genug Muslime hier, die uns kulturell "bereichern"! Das Boot ist voll! Sollen sich die reichen, arabischen Ölstaaten drum kümmern, nicht schon wieder wir!

  • Türken, Syrer, Libanesen. Eh alles ethnische Propaganda. Die Türkei ist schon mal ein Vielvölkerstaat mit schlichtweg nationalen Grenzen. In der Region bestehen aber seit Jahrhunderten Familien-Clans über nationale Grenzen hinweg. Schlichtweg unvorstellbar, dass keine gezielte politische Provokation dahinter steckt. Wo haben die Türken eigentlich als Vergeltung hingeschossen? Etwa einfach so übern Zaun? Aber die türkischen Provokationen kennen die Griechen zur Genüge. Vielleicht sehen wir bald den Grund dafür, dass Griechenland sich bis zu letzt ud auf Pump mit deutschen Waffen eingedeckt hat

  • Bei der großen türkischstämmigen wahlberechtigten Diaspora in Deutschland sind unsere Politiker eindeutig befangen.

  • Der Europa Rat fordert alle europäischen Grenzen für syrische Flüchtlinge zu öffnen. Die gut bezahlten Beamten des Rates in ihren hübschen Villenvierteln werden sicher nicht vom afrikanischen und muslimischen Mob bedroht, der gerade in Frankreich zwei junge Männer ermordet hat, weil die saubere Bürger geworden sind.

  • Da gebe ich Ihnen vollkommen Recht. Die Welt war noch nie verlogener als heute.

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