Vergleich mit Frankreich
Gehälter in Deutschland steigen langsamer

Das Statistische Bundesamt hat die Lohnentwicklung zwischen Deutschland und Frankreich verglichen. Das Ergebnis: Die Kluft zwischen beiden Ländern ging 2005 weiter auseinander.

HB BERLIN. Deutsche Arbeitnehmer konnten sich im Sommer 2005 laut Statistischem Bundesamt wegen der Inflation rund ein Prozent weniger von ihren Einkommen kaufen. In Frankreich dagegen lag der Lohnzuwachs ein Prozentpunkt über der Inflation.

Die nominalen Löhne und Gehälter lagen in Deutschland lediglich 1,0 Prozent höher als ein Jahr zuvor, in Frankreich dagegen 2,8 Prozent. In dieser Zeit stiegen die Verbraucherpreise in beiden Ländern um rund zwei Prozent. Damit steigen die Löhne und Gehälter seit zwei Jahren in Frankreich deutlich schneller als in Deutschland.

Volkswirt Andreas Scheuerle wies darauf hin, dass die deutschen Arbeitnehmer unter Berücksichtigung der Inflation heute netto weniger verdienen als 1991. Schuld daran sei vor allem der starke Anstieg der Sozialabgaben in den 90-er Jahren. „Deutschland liegt in der Lohnentwicklung hinter den Konkurrenzländern zurück“, ergänzte er. Die moderate Lohnpolitik deutscher Firmen hält er wie viele seiner Kollegen dennoch für angemessen, da sie die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Firmen im internationalen Vergleich verbessere. Zudem helfe sie den Firmen, mit dem enormen Anstieg der Rohstoffpreise klar zu kommen.

Es reiche nicht aus, nur das reale Einkommen zu erhöhen, um so die private Kaufkraft zu stärken, argumentierte Scheuerle. „Die zentrale Sorge der Menschen ist die Arbeitslosigkeit. Die Rahmenbedingungen müssen Zuversicht bei den Bürgern wecken und gleichzeitig müssen die Einkommen steigen, um den Konsum zu fördern“, so Scheuerle.

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