Vergleich
Warum Italien glänzt und Spanien strauchelt

Das Schicksal des Euro hängt an zwei Ländern: Italien und Spanien. Beide haben zuletzt Reformen auf den Weg gebracht. Doch die Lage für Spanien ist noch immer bedrohlich während Italien gut da steht. Warum eigentlich?
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DüsseldorfDiese Woche gab es ein ungewöhnliches Scharmützel zwischen zwei Krisenländern der Eurozone. Ausgangspunkt war Italiens Ministerpräsident Mario Monti. Der italienische Reformpolitiker nahm kein Blatt vor den Mund und rügte die Finanzpolitik der spanischen Regierung. Spanien habe zwar tiefgreifende Reformen auf dem Arbeitsmarkt in Angriff genommen. „Das Land hat jedoch den öffentlichen Finanzen nicht die gleiche Aufmerksamkeit gewidmet“, klagte Monti. Die Europäische Union fürchte deshalb eine Ansteckung durch die Krise in Spanien. Sein eigenes Land sei hingegen wieder auf dem Weg nach oben.

Die Episode zeigt das neue Selbstbewusstsein Italiens unter seinem Ministerpräsidenten Mario Monti. Im Vergleich dazu steht Spanien derzeit am Pranger der anderen Euro-Länder. Spanien hat das mit der EU vereinbarte Defizitziel für 2011 klar verfehlt: Statt eines angestrebten Defizits von 6 Prozent, lag dieses bei 8,5 Prozent. Auch das geplante Defizit für 2012 von 4,4 Prozent hat die Regierung Rajoy inzwischen ohne Absprache mit der EU aufgegeben. Sie plant nun mit einem Defizit von 5,3 Prozent - doch auch das erscheint sehr optimistisch.

Im Grunde haben Spanien und Italien ähnliche Probleme: Beide leiden unter einem stark regulierten Arbeitsmarkt und mangelnder preislicher Wettbewerbsfähigkeit. Ein großes Problem auf dem Arbeitsmarkt ist aus Sicht von Experten der rigide Kündigungsschutz. Er sorgt dafür, dass Unternehmen mit Neueinstellungen extrem zögerlich sind. Das trifft vor allem jüngere Menschen: Die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien liegt bei fast 50 Prozent - in Italien bei über 30 Prozent.

Die mangelnde preisliche Wettbewerbsfähigkeit lässt sich daran ablesen, dass beide Länder seit Jahren mehr importieren, als sie exportieren. Hinzu kommt das Schuldenproblem: In Italien bereitet vor allem die Gesamtverschuldung mit einem Anteil von 120 Prozent an der Wirtschaftsleistung Sorgen - in Spanien ist es das Haushaltsdefizit von zuletzt 8,5 Prozent.

Dennoch gibt es zwischen beiden Ländern einen großen Unterschied: In Spanien hat es bis zur Lehmann-Pleite einen beispiellosen Immobilienboom gegeben. Die Immobilienpreise stiegen jahrelang, die Spanier bauten immer mehr neue Häuser und verschuldeten sich dafür. Das gab der Wirtschaft kräftig Schwung und führte dazu, dass Spanien lange Zeit Musterschüler bei der Einhaltung der Defizitkriterien des Maastrichter-Vertrags war. Dann kam die Finanzkrise und machte alles zunichte. Nach dem Platzen der Immobilienblase ist nun die Wucht des Absturzes in Spanien umso stärker - viel stärker als in Italien. Eine Blase hat es in Italien nicht gegeben, die italienische Wirtschaft verzeichnete viele Jahre lang nur ein minimales Wachstum.

Für dieses Jahr rechnet die spanische Regierung damit, dass die Wirtschaft des Landes um 1,7 Prozent schrumpft - für Italien erwartet die EU-Kommission einen Rückgang von 1,3 Prozent.

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Kommentare zu " Vergleich: Warum Italien glänzt und Spanien strauchelt"

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  • "Warum Italien glänzt und Spanien strauchelt"

    Vielleicht ist Spanien ehrlicher. Vielleicht gibt es auch weniger Korruption. Gibt es eigentlich eine Mafia in Spanien? Gibt es dort einen Politiker wie Berluskoni?

    Wie man diese Fragen auch immer beantwortet. Bei uns gibt es Politiker die nicht umzustimmen sind, dort hin auch weiterhin endlos Geld zu schicken. Man sollte sich dies merkeln.

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