Verhaftung verstößt gegen Menschenrechtskonvention
Chodorkowskij-Anwalt will Fall vor UN bringen

Die Vereinten Nationen sollen sich mit der Verhaftung des russischen Unternehmers Chodorkowskij befassen, fordert einer seiner Anwälte. Hier liege eine Menschenrechtsverletzung vor.

HB BERLIN. Die Verhaftung des russischen Oligarchen Michail Chodorkowskij soll nach dem Willen von Robert Amsterdam, eines der Anwälte des inhaftierten Unternehmers, die Vereinten Nationen beschäftigen. «Wir wollen die Affäre nicht nur vor alle internationalen Gerichte bringen, sondern auch vor die UN-Arbeitsgruppe für willkürliche Gefangennahmen», sagte Amsterdam am Samstag dem britischen Sender BBC.

Der vor zwei Wochen festgenommene Großaktionär des russischen Ölkonzerns Yukos sei ein «politischer Häftling», erklärte der Anwalt. Chodorkowskijs Fall müsse als «Menschenrechtsverletzung» betrachtet werden. Auch die europäische Menschenrechts-Konvention, die Russland unterzeichnet habe, sei verletzt worden.

Der Ex-Chef von Yukos war am 25. Oktober verhaftet worden. Ihm wird Betrug, Steuerhinterziehung und Dokumentenfälschung vorgeworfen. Russische Medien hatten bereits berichtet, eine Gruppe prominenter russischer Bürgerrechtler habe Amnesty International zu Hilfe gerufen, da Chodorkowskij durch seine offene Unterstützung von Oppositionsgruppen als politischer Gefangener zu gelten habe.

Beobachter werten die Festnahme Chodorkowskijs als Teil eines erbitterten Machtkampfs zwischen der russischen Führung und einflussreichen Geschäftsleuten. Chodorkowskij gilt als politischer Gegner von Präsident Wladimir Putin. Die Verhaftung wurde im Ausland teils massiv kritisiert.

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