Verhandlungen
EU-Sondergipfel zu Griechenland am Sonntag abgesagt

Dem für Sonntag geplanten Sondergipfel der 28 EU-Staaten hat EU-Ratspräsident Donald Tusk eine Absage erteilt. Statt dessen werde es nur das geplante Gipfeltreffen der 19 Staats- und Regierungschefs der Euroländer geben.
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Der für Sonntag geplante EU-Sondergipfel zu Griechenland ist kurzfristig abgesagt worden. Das Treffen der 28 Staats- und Regierungschefs in Brüssel sei abgesagt, die Vertreter der 19 Eurostaaten würden aber wie geplant um 16.00 Uhr zusammenkommen, teilte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Sonntagvormittag auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Die Gespräche in der Eurozone über weitere Finanzhilfen an Griechenland im Gegenzug für die Zusage von Spar- und Reformmaßnahmen würden fortgesetzt.

Am Vormittag kommen zunächst die Finanzminister der Eurozone in Brüssel zu weiteren Gesprächen zusammen, nachdem sie am Samstagabend ihre Verhandlungen nach neun Stunden ergebnislos vertagt hatten. Der stellvertretende EU-Kommissionspräsident Valdis Dombrovskis sagte vor dem Beginn der Gespräche der Finanzminister aber, es sei „sehr unwahrscheinlich, dass die Kommission ein Verhandlungsmandat“ für ein drittes Hilfspaket von den Mitgliedstaaten am Sonntag erhalte.

Die Länder der Eurozone sind gespalten, ob das hochverschuldete Griechenland mit einem dritten Hilfsprogramm unterstützt werden soll. Mehrere Minister beklagten, dass das Vertrauen in die Regierung in Athen erschüttert sei, nachdem die Griechen sich in einem von der Regierung angesetzten Referendum vor einer Woche mehrheitlich gegen weitere Spar- und Reformmaßnahmen gewandt hatten. Es bestehen Zweifel am Willen der Regierung, die Reformen tatsächlich umzusetzen.

Griechenland droht ohne weitere finanzielle Unterstützung der wirtschaftliche Kollaps und das Aus für die Euro-Mitgliedschaft, die Banken des Landes sind schon seit zwei Wochen geschlossen. Ende Juni hatte die griechische Regierung nach monatelangem Streit die Verhandlungen über die Verlängerung ihres zweiten Hilfsprogramms abgebrochen. Am Mittwoch beantragte Athen ein drittes Hilfsprogramm über drei Jahre, das nach Angaben aus Kreisen der Geldgeber einen Finanzbedarf von bis zu 82 Milliarden Euro decken müsste.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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