Verhandlungen mit dem Iran
Frankreich dämpft Erwartungen an Atomgespräche

In Genf arbeiten Außenminister westlicher Staaten mit Vertretern des Iran an einer Übergangslösung. Doch Frankreich dämpft die Erwartungen. US-Präsident Obama versucht zudem, das Misstrauen Israels zu zerstreuen.
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GenfIn den Verhandlungen über das iranische Atomprogramm versuchen Außenminister der beteiligten Staaten, die Meinungsverschiedenheiten über eine Zwischenlösung auszuräumen. Am Samstagmorgen kamen in Genf zunächst US-Außenminister John Kerry und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton zusammen. Dann stand ein Treffen der beiden mit dem iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif auf dem Verhandlungsplan. Zuvor hatte US-Präsident Barack Obama versucht, die offene Empörung des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu über eine mögliche Zwischenlösung zu dämpfen.

Obama habe Netanjahu am Freitag angerufen, um mit ihm über „unsere andauernden Bemühungen um eine friedliche Lösung“ des Konflikts zu sprechen, teilte das Weiße Haus mit. „Der Präsident brachte den Ministerpräsidenten auf den neuesten Stand ... und unterstrich seine starke Verpflichtung, den Iran an einem Atomwaffenbesitz zu hindern“, hieß es weiter. Das sei das Ziel der Genfer Gespräche.

Netanjahu hatte zuvor sein tiefes Misstrauen gegenüber den iranischen Absichten bekräftigt und erklärt, Israel werde sich nicht durch eine mögliche Vereinbarung der internationalen Gemeinschaft mit dem Iran binden lassen.

Frankreichs Außenminister hat die hohen Erwartungen zunächst gedämpft. Es gebe keine Garantie, dass es zu einer Vereinbarung komme, sagte Laurent Fabius am Samstagmorgen dem französischen Sender Radio Inter. Es gebe nach wie vor große Hürden, etwa den Atommeiler Arak oder die Urananreicherung. Auch müssten Sorgen von Israel und anderen Ländern in der Region ernst genommen werden.

Auf dem Verhandlungstisch liegt eine Übergangslösung, wie es aus Delegationskreisen hieß. Demnach soll Teheran sein Atomprogramm zunächst aussetzen. Im Gegenzug sollen einige der gegen das Land verhängten Wirtschaftssanktionen aufgeweicht oder auf ausländischen Bankkonten blockierte Gelder aus Öleinnahmen freigegeben werden.

In einem zweiten Schritt soll dann über ein umfassenderes Abkommen verhandelt werden. Dieses soll sicherstellen, dass der Iran nicht unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms an Nuklearwaffen arbeitet. Teheran will diese Sorge ausräumen, fordert aber im Gegenzug die Anerkennung des Rechts auf ein ziviles Atomprogramm, einschließlich der Urananreicherung auf bis zu fünf Prozent, sowie die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen.

Wegen der Hoffnungen auf einen Durchbruch in den seit Jahren stockenden Verhandlungen waren die Gespräche zunächst bis Samstag verlängert worden. Ein hoher US-Regierungsbeamter sagte am Freitagabend, bei der Überbrückung von Meinungsverschiedenheiten seien weitere Fortschritte gemacht worden. Aber es gebe noch viel Arbeit zu tun.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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