Verhandlungen mit den Rebellen in Nigeria
Straw fordert vom Sudan mehr Schutz für Flüchtlinge in Darfur

Die sudanesische Regierung ist vom britische Außenminister Jack Straw aufgefordert worden, mehr zum Schutz der Flüchtlinge in der Krisenregion Darfur im Westen des Landes zu tun.

HB KHARTUM/ABUJA. Beim Besuch eines Flüchtlingslagers im Norden der Region sagte der Minister, es gebe bereits einige Fortschritte und die Lager seien offenbar relativ sicher. Er drückte jedoch zugleich seine Besorgnis über die Situation in den umliegenden Dörfern aus. Viele Flüchtlinge fragten sich, ob sie sicher in ihre Heimatorte zurückkehren könnten.

Straw kehrte anschließend in die sudanesische Hauptstadt Khartum zurück, wo er mit Präsident Omar el Baschir sprach. Bereits vor seiner Ankunft hatte der Minister erklärt, er wolle die Regierung in Khartum auch dazu bewegen, mehr gegen die arabischen Reitermilizen zu unternehmen, die die schwarzafrikanische Bevölkerung terrorisieren.

Der Weltsicherheitsrat hat Khartum ein Ultimatum bis zum 30. August gestellt, die Dschandschawid-Reitermilizen zu entwaffnen. Mit Unterstützung der sudanesischen Regierung sollen die Milizen nach UN- Schätzungen in den vergangenen 15 Monaten zwischen 30 000 und 50 000 Menschen getötet und rund eine Million aus Darfur vertrieben haben. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) teilte in Genf mit, die sudanesische Regierung sei bereit, die Rückkehr von 1,27 Millionen Vertriebenen aus der Darfur-Region zu unterstützen.

Der sudanesische Außenminister Mustafa Osman Ismail bot indes gemeinsame Grenzkontrollen an der Grenze zum Tschad an und verlangte zugleich ein Ende der internationalen Interventionen. „Wir schlagen Patrouillen mit tschadischen, sudanesischen und französischen Mitgliedern vor“, sagte der Minister der Pariser Zeitung „Le Figaro“.

In der nigerianischen Hauptstadt Abjua wurden am Dienstag die Verhandlungen zwischen der sudanesischen Regierung und den Darfur- Rebellen fortgesetzt. Die Regierung in Khartum beschuldigte die Rebellen, am Dienstag sechs Zivilisten entführt zu haben. Damit hätten sie gegen das Anfang des Monats beschlossene Waffenruhe- Abkommen verstoßen, hieß es in Khartum.

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