Verhandlungen mit Kanada und Mexiko
Trump bringt Ersatz für Nafta ins Spiel

Falls die Neuverhandlungen über das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta scheitern, stellt US-Präsident Trump bilaterale Vereinbarungen mit Kanada oder Mexiko in Aussicht. Kanada setzt weiterhin auf eine Einigung.
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WashingtonUS-Präsident Donald Trump hat für den Fall eines Scheiterns der Neuverhandlungen des nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta bilaterale Vereinbarungen mit Kanada oder Mexiko in Aussicht gestellt. „Es ist möglich, dass wir nicht in der Lage sind, einen Deal mit dem einen oder anderen zu machen“, sagte Trump am Mittwoch nach einem Gespräch mit dem kanadischen Ministerpräsidenten Justin Trudeaux in Washington.

„Dann können wir in der Zwischenzeit ein Abkommen nur mit einem treffen.“ Trudeaux wiederum setzt darauf, dass sich die drei Länder einigen: „Ich glaube weiterhin an Nafta... Wir sind zu allem bereit und wir werden sorgfältig die kanadischen Interessen schützen“.

Amerikanische und mexikanische Unternehmenschefs warnen vor einem faulen Kompromiss. „Wir sind alle schlechter dran mit einem schlechten Abkommen als mit überhaupt keinem“, sagte Guillermo Vogel, Vizepräsident des Stahlproduzenten Tenaris nach einem Wirtschaftsgipfel mit US-Managern in Mexiko-Stadt.

Die US-Handelskammer wirft der amerikanischen Regierung vor, „Vorschläge mit bitteren Pillen“ zu unterbreiten. Der mexikanische Wirtschaftsminister Lldefonso Guajardo lobte die Worte Trumps hingegen als „sehr ausgewogen“. US-Handelsminister Wilbur Ross äußerte die Hoffnung, dass das Abkommen nicht ausläuft.

Nafta trat im Jahr 1994 in Kraft. Seitdem hat sich das Handelsvolumen unter den drei Mitgliedern vervierfacht und lag 2015 bei über einer Billion Dollar. Trump hat den Vertrag dennoch immer wieder als Desaster bezeichnet und damit gedroht, ihn im Notfall aufzukündigen.

Nach Ansicht von Nafta-Kritikern wurden Arbeitsplätze aus den USA nach Kanada und Mexiko verlagert, wo niedrigere Löhne gezahlt werden. Dabei geht es vor allem um die Autoindustrie. Befürworter halten dem entgegen, dass durch den Beschluss in den USA Jobs geschaffen wurden und die Probleme im produzierenden Gewerbe eher auf Konkurrenz aus China zurückzuführen sind.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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