Verhandlungen mit Putin
Tsipras gibt nicht auf

Tag zwei für Tsipras in Moskau – und der griechische Premier kämpft weiter. Kremlchef Putin wird das Agrar-Embargo nicht aufheben. Doch ein Wirrwarr in der russischen Kommunikation kann die Griechen noch hoffen lassen.
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MoskauDafür, dass Alexis Tsipras nicht mit leeren Händen in seine Heimat zurückkehren muss, hat Russlands Präsident Wladimir Putin wohlweislich vorgesorgt. Nach den Gesprächen gestern in Moskau überreichte er dem griechischen Regierungschef eine Ikone. Die Nazis hätten diese während des Zweiten Weltkrieges aus Griechenland verschleppt, und ein russischer Mäzen habe diese später ersteigert, ließ der Kreml mitteilen.

Darauf zu sehen ist der griechische Heilige Spyridon zusammen mit Nikolaus von Myra, der heute in christlichen Ländern als Geschenke-Bringer am Nikolaustag verehrt wird. Eine symbolische Geste der Freundschaft möchte man meinen.

Die große Bescherung für den hohen Besuch in Moskau ist bisher allerdings ausgeblieben. Vorab nährten der russische Wirtschaftsminister Alexej Uljukaew und auch der Landwirtschaftsminister Nikolai Fedorow die Hoffnung der Griechen, Moskau könnte sein Einfuhrembargo für EU-Lebensmittel im Falle Griechenlands lockern. Entsprechende Vorschläge würden derzeit in seinem Ministerium diskutiert.

Für ein wenig Kommunikationschaos sorgte anschließend der russische Präsident, der bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Nachmittag sagte, Russland könne keine Ausnahmen für ein einziges EU Land machen, auch wenn man Verständnis dafür habe, dass Griechenland die Wirtschaftssanktionen gegen Russland nicht habe verhindern können. Kurz zuvor hatte Putins Sprecher allerdings die Nachricht verbreiten lassen, man wolle aus russischer Sicht zum alten Handelsvolumen zurückkehren.

Griechenlands Exporte und der russische Anteil daran

in Mrd. Dollar


Funktionieren kann dies nur, wenn der Ölpreis wieder steigt und Russland grünes Licht für den Import griechischer Lebensmittel gibt. Russlands Exporte nach Griechenland bestehen zu mehr als 90 Prozent aus Öl und Gas und summierten sich im vergangenen Jahr auf 3,7 Milliarden Dollar. Das ist ein Minus von 40 Prozent. In der gleichen Zeit sanken Russlands Importe aus Griechenland um 18,8 Prozent auf knapp eine halbe Milliarde Dollar.

Insbesondere der Import von Fisch, Erdbeeren und Kiwi stürzte ab. Im Januar lagen die Einfuhren gar 50 Prozent unter dem Vorjahreswert bei knapp elf Millionen Dollar. Knapp die Hälfte des griechischen Exports nach Russland entfiel auf landwirtschaftliche Güter.

Kommentare zu " Verhandlungen mit Putin: Tsipras gibt nicht auf"

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  • Immer die selbe Leier hier.

    Es sind nicht die GR, welche unbedingt am Euro festhalten, es ist die EU, welche sie nicht gehen lassen, besonders der oberste Boss, die USA wollen dies auf keinen Fall. GR sitzt in der Schuldenfalle und diese Situation muss unbedingt gehalten werden. Eine Linke Partei darf keinen Erfolg haben und ein Austritt aus der EU schon gar nicht. Dann wäre es bald vorbei mit der Bankendiktatur, wenn das Schule macht. Die dummen Bürger lassen sich gegeneinander aufhetzen und fragen gar nicht genauer nach, was wirklich los ist. Bildung aus der Bild, ist halt sehr verbreitet. Ihr werdet aufgehetzt und macht fleißig mit, denkt mal genauer nach und kommt zurück auf den Boden der Tatsachen. Alles weil die Griechen schlecht sind ? Meint ihr das ehrlich ?

  • Wer bald vor der Pleite steht ist ganz klar erkennbar und das wird dann geschehen wenn der Yuan im kommenden Oktober die Führung übernimmt.

    Übrigens; wer aggressiv ist zeigen ganz eindeutig die nachfolgenden Militärausgaben:

    Übrigens……Militärsausgaben 2014:
    USA ………. 614 Millarden
    China ……… 120 Miliarden
    Russland ca. 80 Milliarden Dollar
    noch Fragen ?
    http://de.statista.com/statist…
    -
    USA – 614 Milliarden Militärausgaben? Und das bei chronischer Pleite! Respekt!!!!!!

  • Frau Merkel soll sich gefälligst ins Flugzeug nach Moskau setzen und mit Putin hinter verschlossenen Türen reden.
    Ihr ignorantes Verhalten und das abreißen lassen des Dialoges sind ihre größten Fehler und für die werden wir noch in Jahrzehnten bezahlen, wenn Russland das möchte!
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    Deutschland und Russland hatten schon immer ein besonderes Verhältnis, auch gerade wegen der gemeinsamen Geschichte (siehe Anglikaner wollen schon seit 100 Jahren Deutschlands u. Russlands Annäherung verhindern).
    -
    Dieses Verhältnis für die USA und ihre deutlich scheiternde Weltmachtpolitik aufzugeben, ist einfach falsch !!!!
    Weder in Deutschland/ EU/noch in Russland läuft alles richtig (vom Fehlverhalten der USA ganz zu schweigen). Trotzdem ist gegenseitiger Respekt das höchste Gut. Sanktionen sind kein Mittel !!!!

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