Verhandlungen
Taliban lassen erste Geiseln frei

Die Taliban haben die ersten zwei der vor drei Wochen in Afghanistan verschleppten Südkoreaner freigelassen. Auch für die anderen Geiseln besteht Hoffnung, dass sie schon bald in ihre Heimat zurückfliegen können. Allerdings stellen die Taliban auch Bedingungen.

HB KABUL. In der afghanischen Geiselkrise haben sich Unterhändler der Taliban optimistisch über eine Freilassung ihrer 21 südkoreanischen Gefangenen geäußert. „Wir versichern der ganzen Welt, dass alle Koreaner freikommen und nach Hause zurückkehren werden“, sagte am Samstag Maulawi Nasrullah, einer der beiden Verhandlungsführer der radikal-muslimischen Rebellen, die die christlichen Aufbauhelfer seit mehr als drei Wochen festhalten. Ein Taliban-Sprecher erklärte später, zwei erkrankte Geiseln seien am Samstag bereits freigekommen. Allerdings erklärten der Gouverneur der Provinz Ghasni und der afghanische Präsident Hamid Karsai übereinstimmend, sie wüssten nichts von einer solchen Freilassung.

Verhandlungsteilnehmer dämpften indes die Erwartungen auf eine baldige Lösung der Geiselkrise „Wir hoffen natürlich, dass die Taliban die Geiseln so schnell wie möglich freilassen. Wir glauben aber nicht, dass dies heute oder morgen geschieht“, sagte ein Regierungsvertreter in Seoul, der namentlich nicht genannt werden wollte. Ähnlich skeptisch äußerte sich Ghasnis Gouverneur Meradschuddin Pattan. Die Aufbauhelfer wurden in Ghasni entführt. Nach Pattans Angaben ist frühestens für Sonntag mit einer Einigung zu rechnen. „Ich glaube nicht, dass wir heute noch fertig werden“, sagte er.

Die Taliban und Südkorea verhandeln seit Freitag erstmals direkt über eine Lösung. Der Unterhändler der Islamisten pochte zudem weiterhin auf die zentrale Forderung der Rebellen: „Auch unsere Gefangenen werden in ihre Heimat zurückkehren“, sagte er vor den Journalisten. Die afghanische Regierung hat die Freilassung von Gesinnungsgenossen der Entführer wiederholt strikt abgelehnt.

Die Verhandlungen werden in der Provinzhauptstadt Ghasni am Sitz der Hilfsorganisation Roter Halbmond geführt. Die Taliban-Unterhändler haben Sicherheitsgarantien erhalten. Nach der Tötung von zwei gekidnappten Aufbauhelfern hatten die Entführer mit der Ermordung weiterer Geiseln gedroht, sollten ihre Forderungen nicht erfüllt werden.

Neben den Südkoreanern ist auch ein deutscher Ingenieur in der Hand von Rebellen. Er war einen Tag vor den Asiaten gemeinsam mit einem Kollegen entführt worden, der inzwischen von den Geiselnehmern getötet wurde. Ob hinter der Entführung des Deutschen auch die Taliban stecken, ist unklar. Zum Schicksal des Bauingenieurs gab es keine neuen Informationen. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte, der Krisenstab bemühe sich weiter intensiv um die Freilassung des Verschleppten.

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