Verhandlungen über Große Koailtion zugestimmt
Israel bewegt sich im Streit um Sperranlagen

Die Arbeitspartei Israels hat Verhandlungen mit Ministerpräsident Ariel Scharon über eine Große Koalition zugestimmt. Die Gespräche sollen am Sonntag beginnen. Zudem soll Israel nach Angaben aus Kreisen die umstrittene Sperranlage näher zur Grenze verlegen.

HB JERUSALEM. Israelische Medien berichteten, die Parteiführung habe ihrem Vorsitzenden Schimon Peres am Dienstagabend mit großer Mehrheit den Auftrag für eine Große Koalition erteilt. Peres sagte, er wolle die Große Koalition nicht „aus Liebe“ zu einem Sitz in der Regierung, sondern „um die politischen Angelegenheiten im Land voranzutreiben“.

Scharon will die oppositionelle Arbeitspartei in seine Koalition aufnehmen, um der Regierung wieder eine Parlamentsmehrheit zu verschaffen. Sie hat in der Knesseth derzeit nur 59 von 120 Stimmen, nachdem im Streit um die für 2005 geplante Räumung des Gazastreifens mehrere ultrarechte Abgeordnete aus dem Bündnis ausgeschieden waren. In Scharons Likud-Partei gibt es jedoch starken Widerstand gegen die Aufnahme der Arbeitspartei in die Koalition.

Peres fordert von Scharon einen konkreten Zeitplan für die Räumung des Gazastreifens gefordert. Er verlangt zudem, Israel müsse die Gespräche mit den Palästinensern über eine Umsetzung des internationalen Friedensplans, der „Road Map“, wieder aufnehmen.

Scharons Likud-Parteifreund und Vize-Regierungschef Ehud Olmert äußerte sich bei einem Besuch in der Türkei am Mittwoch hoffnungsvoll, dass es zu einer Koalition mit der Arbeitspartei kommen wird. „Wir haben sicherlich das Gefühl, dass unter den gegenwärtigen Umständen die traditionellen Differenzen zwischen den beiden Parteien nicht mehr maßgebend sind“, sagte Olmert. Er unterstützte die Forderung der Arbeitspartei nach einer rascheren Umsetzung des Gaza-Abzugsplans, falls dies möglich sei. Zugleich mahnte er aber zur Vorsicht. „Das ist etwas, was sorgsam geprüft werden muss“, sagte er. „Eines muss man verstehen: Siedlungen aufzulösen, ist keine einfache Sache. Dies muss sorgfältig vorbereitet werden und braucht Zeit.“

Nach israelischen Medienberichten hat der Regierungschef auch zwei religiösen Parteien ein Angebot für Gespräche über eine Koalition gemacht. Laut Beobachtern will er sich mit Vertretern der ultraorthodoxen Parteien Schas und Vereinigtes Thora-Judentum treffen, um die Arbeitspartei unter Druck zu setzen.

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