Verhandlungen unterbrochen
Richter wehren sich gegen Berlusconis Diffamierung

Italienische Richter haben am Donnerstag ihre Gerichtsverhandlungen zum Teil für 15 Minuten unterbrochen, um gegen Silvio Berlusconi zu protestieren. In dieser Zeit wurde eine Protestnote verlesen. Berlusconi hatte Richter als "geistesgestört" bezeichnet.

HB ROM. Die nationale Richtervereinigung hat sich für weiter gehende Proteste ausgesprochen, über die jedoch noch keine Entscheidung gefallen ist.

Berlusconi habe wiederholt die Richter und Staatsanwälte des Landes angegriffen, hieß es in der Erklärung. Unter anderem habe er sie als „Krebsgeschwür“ bezeichnet. Die Unabhängigkeit der Richter und Staatsanwälte sei kein Privileg, sondern ein Garantie für die Bürger, betonten die Richter. Sie erinnerten daran, dass Berlusconi der Richterbestechung angeklagt sei.

Das Verfahren wurde jedoch nach Verabschiedung eines für Berlusconi maßgeschneiderten Gesetzes vorläufig eingestellt. Es kann erst wieder aufgenommen werden, wenn Berlusconi nicht mehr im Amt ist. Der Ministerpräsident musste auch einige weitere Verfahren wegen meist finanzieller Vergehen über sich ergehen lassen. Er sei ein Opfer der kommunistisch unterwanderten Richterschaft, hat Berlusconi, der auch der einflussreichste Medienunternehmer des Landes ist, immer wieder erklärt.

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