Verhandlungen zum Nafta-Abkommen
Muskelspiele statt Ergebnisse

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Mexikaner wollen Energiebereich aufnehmen

Dabei sehen auch die Mexikaner dringenden Überholungsbedarf bei dem Abkommen. So wollen sie im Agrarbereich Nachbesserungen erreichen. Schließlich gelangen fast ungehindert subventionierte Landwirtschaftserzeugnisse aus den USA ins Land und haben in den vergangenen Jahren die Existenz Zehntausender Kleinbauern ruiniert. 

Mexiko möchte zudem gerne den Energiesektor einbinden, was vor 23 Jahren noch nicht möglich war, da dies die mexikanische Verfassung verbot. „Es ist richtig, dass der Freihandelsvertrag modernisiert und zukunftsfest gemacht wird“, sagt Guajardo. Wichtig sei dabei auch, den Kritikern in den USA zu zeigen, dass die Nafta nicht im Zentrum allen Übels stehe, betont der Minister.  

Gesprächsbereit ist Mexiko darüber hinaus beim Thema Löhne. Die Stundenlöhne liegen hier je nach Sektor vier bis sechs Mal niedriger als in den Vereinigten Staaten. Das stört Trump, und er stößt damit auch bei mexikanischen Gewerkschaften auf offene Ohren. Mexiko liegt mit seinen Löhnen auf dem letzten Platz der 35 Staaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Im Schnitt verdient ein Arbeiter pro Tag 14,63 Dollar (12,45 Euro). Infolgedessen hat sich nach einer Erhebung des „Center for Economic and Policy Research“ in Washington die Armutsrate in Mexiko zwischen 1994 und 2012 kaum verändert. Auch die Reallöhne stiegen praktisch nicht. 

In einem gemeinsamen Abschlusskommuniqué zur jüngsten Gesprächsrunde machten die Unterhändler deutlich, dass noch viel Arbeit vor ihnen liegt, um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. „Auch wenn noch ein großer Aufwand zu erledigen ist, verpflichten sich Kanada, Mexiko und die USA zu  schnellen und umfassenden Verhandlungen, die das Abkommen verbessern und die Standards des 21. Jahrhunderts zum Vorteil der Bürger etablieren“, hieß es in der gemeinsamen Stellungnahme. Die nächste Gesprächsrunde ist vom 1. bis zum 5. September in Mexiko-Stadt terminiert.

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Klaus Ehringfeld
Klaus Ehringfeld
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Ein weiterer großartiger Sie von Herrn Trump zeigt seinen Schatten. Mexiko wird unterschreiben oder in Armut verenden. Die großmäuligen Kanada haben ein neues Problem, Zuwanderer aus den USA aus Haiti viel Vergnügen mit den Gästen von Obama.

  • Trump kann nichts. Verhandlungen kann er nicht. Er kann nur drohen - und Schokoladenkuchen essen.

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