Verkehr in Tschechien
Verschobener Termin facht Streiklust an

Auch Strecken nach Deutschland sollen vom Streik betroffen sein, den die tschechischen Verkehrsbediensteten von heute auf Donnerstag verschieben musste. Er könnte dann sogar mit Straßenblockaden einhergehen.
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Prag/BratislavaDer für Montag angekündigte Streik der tschechischen Verkehrsbediensteten ist auf Donnerstag verschoben worden und soll dann umso massiver ausfallen. Das kündigten Gewerkschafter am Sonntag in einer vom TV-Sender CT24 übertragenen Pressekonferenz in Prag an. Rund um die Uhr sollen am Donnerstag im ganzen Land alle Züge stillstehen, auch jene nach Deutschland.

In mehreren größeren Städten soll auch der Nahverkehr bestreikt werden. Straßenblockaden würden ebenfalls erwartet, „obwohl wir nicht ausdrücklich dazu auffordern und nicht die Verantwortung dafür übernehmen“, sagten Gewerkschaftsvertreter.

Sichtlich erzürnt reagierten die Gewerkschafter auf ein Gerichtsurteil, das zur Verschiebung des Streiks geführt hatte. Dies sei ein „beispielloser Angriff“ auf von der Verfassung garantierte demokratische Rechte und vor allem das Streikrecht. Als Reaktion darauf erwarte man, dass „auch solche Kollegen am Streik teilnehmen werden, die das bisher nicht vorhatten“.

Die Gewerkschaftsführung hatte am Sonntag mehrere Stunden lang hinter verschlossenen Türen beraten, wie sie auf die Entscheidung des Prager Stadtgerichts reagieren sollte. Dieses hatte am Samstag in einer einstweiligen Verfügung erklärt, dass ein Streik am Montag ungesetzlich wäre. Der Streik sei nämlich erst am Freitag angekündigt worden, das Gesetz über Tarifverhandlungen schreibe aber eine Frist von mindestens drei Arbeitstagen vor, erklärte das Gericht.

Die Gewerkschafter beharrten zwar darauf, dass für ihren Streik nicht das angeführte Gesetz, sondern die Verfassung gelte. Denn ihr Streik habe nichts mit Tarifvertragsverhandlungen zu tun, sondern richte sich gegen die unsoziale Sparpolitik der Regierung. Angesichts von Schadenersatzklagen, die die Mitte-Rechts-Regierung von Premier Petr Necas gegen einen „gesetzwidrigen“ Streik angedroht hatte, entschieden sie sich aber vorsichtshalber doch für eine Verschiebung.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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