Verlag zog die Notbremse
Chefredakteur nach gefälschten Folterbildern entlassen

Das Ende der Auseinandersetzung um britische Foltervorwürfe im Irak war kurz und bitter: Piers Morgan, schillernder Chefredakteur des „Daily Mirror“ und grimmiger Gegner des Kriegs gegen Saddam Hussein, wurde wegen der gefälschten Fotos im wahrsten Sinne des Wortes vor die Tür gesetzt.

HB LONDON. „Morgan wies die Forderung sich zu entschuldigen von sich, wurde gefeuert und unmittelbar zum Ausgang des Gebäudes eskortiert“, berichtete die BBC über den Fall des 39-jährigen Journalisten nach einer steilen Karriere.

Die Leitung des Verlages Trinity Mirror zog die Notbremse, als die Beweise erdrückend wurden, dass die dem „Mirror“ zugespielten Bilder von britischen Soldaten, die einem vermeintlichen irakischen Gefangenen einen Gewehrkolben in die Genitalien rammen, irgendwo in England gestellt worden waren. „Entschuldigung: Man hat uns einen Bären aufgebunden“, lautete die von einem Trauerrand eingefasste Schlagzeile der Zeitung auf Seite eins am Wochenende.

Die „Mirror“-Verantwortlichen zeigten Reue und versprachen umgehend, der Militärpolizei die Quellen für die Fotos preiszugeben. Außerdem sollen die mit den Fotos erzielten Extraerlöse für gemeinnützige Zwecke an die britischen Streitkräfte und das Rote Kreuz überwiesen werden. „Es wäre nicht richtig, aus dem Verkauf dieser Bilder Profit zu schlagen“, hieß es in einer Stellungnahme der Zeitung.

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