Vermutlich Uno-Mitarbeiter
Zwei Deutsche in Afghanistan entführt

In Afghanistan sind zwei Deutsche und zwei Einheimische gemeinsam entführt worden. Für wen sie arbeiteten, ist zur Stunde noch unklar, es gibt allerdings erste Anhaltspunkte. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

HB NEW YORK/BERLIN. Nach Angaben der afghanischen Polizei vom Donnerstag verschleppten bewaffnete Männer in der Provinz Wardak zwei Deutsche, ihren afghanischen Fahrer und ihren Dolmetscher. Sie hätten an einem Dammprojekt in Mittelafghanistan gearbeitet, sagte der Polizeichef der Provinz, Mahbobullah Amiri. Die Polizei durchsuche das Gebiet, habe aber noch keinen Kontakt zu den Entführern. Das Auswärtige Amt hatte am späten Mittwochabend mitgeteilt, in Afghanistan würden zwei Deutsche vermisst.

Die Lage war am Donnerstag undurchsichtig. Die Vereinten Nationen bestätigten eine Entführung in Afghanistan, bei der ein Deutscher, sein Fahrer und sein Dolmetscher verschleppt worden seien. Vier sie begleitende Polizisten seien frei gelassen worden.

Unklar war zunächst, in wessen Auftrag die Deutschen unterwegs waren. Der Gouverneur der neben Wardak gelegen Provinz Ghazni, Mirajuddin Pathan, sprach von Uno-Mitarbeitern. Außenamtssprecher Martin Jäger sagte, die deutsche Botschaft in Kabul und alle relevanten Stellen seien eingeschaltet. Man sei um die rasche Aufklärung des Falles bemüht. Zu der Frage, weshalb sich die beiden Deutschen in Afghanistan aufhalten und ob es sich möglicherweise um eine Entführung handelt, machte das Ministerium zunächst keine Angaben.

Anfang Juli war erstmals seit dem Sturz der Taliban Ende 2001 ein Deutscher in Afghanistan entführt worden. Die Kidnapper hatten den Geschäftsmann unter bis heute unklaren Umständen nach einer Woche wieder freigelassen. Das Auswärtige Amt in Berlin ist derzeit noch mit einem weiteren Entführungsfall befasst. Im Februar war eine Deutsche mit ihrem Sohn in der irakischen Hauptstadt Bagdad verschleppt worden. Die Mutter wurde in der vergangenen Woche zwar wieder freigelassen worden, ihr Sohn ist aber weiter in der Hand der Entführer.

In Afghanistan sind Deutsche bereits mehrfach Opfer von Gewalt geworden. Im März erschossen bewaffnete Männer im Norden des Landes einen deutschen Mitarbeiter der Welthungerhilfe. Im Oktober 2006 ermordeten Unbekannte eine Journalistin und einen Techniker der Deutschen Welle.

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