Veröffentlichung des Videos kommt den USA ungelegen
Wohl doch Hochzeitsgesellschaft getroffen

Aufnahmen eines Video-Amateurs haben möglicherweise Augenzeugenberichte bestätigt, nach denen das US-Bombardement im Westen des Iraks eine Hochzeitsgesellschaft getroffen haben soll. Vergangene Woche wurden dabei rund 40 Menschen getötet.

HB HANDELSBLATT. Die am Montag vom Fernsehdienst der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) ausgestrahlten Bilder könnten Angaben von Augenzeugen stützen, wonach das Bombardement im Westen des Irak eine Hochzeitsgesellschaft getroffen haben soll. Das US-Militär bekräftigte dagegen wenige Stunden vor einer mit Spannung erwarteten Irak-Rede von Präsident George W. Bush noch einmal seine Darstellung, bei den meisten Toten handele es sich um Ausländer, die auf Seiten der Rebellen gekämpft hätten. Bei einem Anschlag in der irakischen Hauptstadt Bagdad kamen am Montag mindestens zwei Menschen ums Leben.

AP gab an, das Video von einem Überlebenden des Luftangriffs auf ein abgelegenes Dorf im Grenzgebiet zu Syrien erhalten zu haben. Auf den von den arabischen TV-Sendern El Dschasira und El Arabija ausgestrahlten Aufnahmen ist zu sehen, wie eine Braut ganz in Weiß zu einem Konvoi aus geschmückten Autos geführt wird. Traditionell gekleidete Männer singen und tanzen während einer auf mehrere Zelte verteilten Feier, die offensichtlich den Ritualen der arabischen Beduinenstämme folgt. In einem der Zelte nehmen männliche Familienmitglieder Gratulationen von Gästen entgegen. Dann wechseln die Aufnahmen zu Bildern von einem zerstörten Gebäude, zerrissenen Zelten und verstreuten Leichen. Es sind mindestens drei Tote zu sehen, darunter ein Mann in einem braunen Hemd, der in zuvor gezeigten Szenen auf einer Orgel gespielt hatte.

„Wir glauben nach wie vor nicht, dass dort während des Angriffs in den frühen Morgenstunden eine Hochzeit oder eine Hochzeitsparty stattfand“, sagte ein führender US-Militär. Möglicherweise seien die bei Tageslicht gedrehten Filmaufnahmen bei einer Hochzeit am Vortag entstanden, fügte er hinzu. Die US-Armee habe nach dem Angriff in den Trümmern keine Anzeichen für eine Hochzeit gefunden. Allerdings hatte US-Brigadegeneral Mark Kimmitt noch am Samstag erklärt, dass bei dem Schlag sechs Frauen ums Leben gekommen waren und eingeräumt: „Es mag eine Art von Fest gegeben haben. Auch schlechte Leute feiern. Auch schlechte Leute machen Partys.“

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