Veröffentlichung umstrittener Karikaturen
US-Medien warten im „Kulturkampf“ ab

Den „Kulturkampf“, der in Europa und im Nahen Osten um die Veröffentlichung umstrittener Mohammed-Karikaturen entbrannt ist, verfolgen die US-amerikanischen Medien zwar aufmerksam, doch aus der Beobachter-Position.

sia DÜSSELDORF. Über die Entlassung von Chefredakteuren, die die umstrittenen Karikaturen in ihren Zeitungen veröffentlicht hatten, berichten US-Tageszeitungen und -Fernsehsender zwar ausführlich. Doch mit Stellungnahmen oder Solidaritätserklärungen halten sie sich bisher zurück.

Ausführlich haben die großen Tageszeitungen wie „New York Times“ und „Washington Post“, die mit mehreren Korrespondenten vor Ort vertreten sind, im Laufe der Woche den eskalierenden Streit auf dem diplomatischen Parkett und auf den Straßen täglich verfolgt. Doch noch wird in den Redaktion diskutiert, ob der Zeitpunkt erreicht ist, das Thema auch auf den Meinungs- und Kommentarseiten zu artikulieren.

Auch das Online-Magazin „Slate“, das sich einen Namen als Diskussionsplattform der Medienbranche gemacht hat und öfters als Wärter der Meinungsfreiheit auftritt, hat bisher keine Solidaritätserklärung abgegeben. „Das Thema wird in den US-Medien bisher eher unter dem Gesichtspunkt diskutiert, wie man muslimische Gefühle verstehen kann, weniger unter dem Gesichtspunkt Pressefreiheit“, sagte ein Slate-Sprecher im Gespräch mit Handelsblatt.com. „Vielleicht entwickelt sich dies noch übers Wochenende.“

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