Verschärte Registrierung aller Besucher geplant
Russische Presse Behörden Fehler vor

Nach dem Bombenanschlag in der Moskauer Metro hat Russlands Presse dem Geheimdienst vorgeworfen, er hätte die Gewalttat verhindern können. Zwei Verdächtige wurden festgenommen.

HB BERLIN. Nach dem Anschlag auf die U-Bahn in Moskau hat die russische Presse dem Inlandsgeheimdienst FSB schwere Versäumnisse vorgeworfen: Das Attentat sei absehbar gewesen und hätte mit entsprechenden Maßnahmen verhindert werden können.

«Der FSB wusste, dass die Metro ein empfindliches Ziel ist», schrieb die Zeitung «Iswestija» in ihrer Samstagsausgabe. Vor etwa zwei Monaten habe ein FSB-Verantwortlicher «im kleinen Kreis» gesagt, dass mit Terroranschlägen auf die U-Bahn gerechnet werde.

Doch die Sicherheitskräfte hätten sich «absolut unvorbereitet» gezeigt, um «Terroranschläge» diesen Ausmaßes zu verhindern, kritisierte die «Iswestija». Auch die angesehene Wirtschaftszeitung «Kommersant» warf den Sicherheitskräften vor, nichts gegen die vorhersehbaren Anschläge unternommen zu haben.

Die Online-Zeitung Gazeta.ru titelte: «Moskau erwartet eine zweite Explosion.» Das Online-Blatt «Russia Journal» berichtete, die Regierungspartei «Einiges Russland» habe ihre Abgeordneten aus Moskau angewiesen, einen Gesetzentwurf vorzubereiten, der für auswärtige Besucher der russischen Hauptstadt strenge Vorschriften zur Registrierung vorschreiben soll.

Unterdessen hat die Polizei am Samstagmorgen zwei Verdächtige festgenommen. Ihr Aussehen ähnele den Phantombildern, die nach dem Anschlag erstellt wurden, meldete die Nachrichtenagentur Interfax. Die beiden Männer kämen aus dem Kaukasus.

Am Tag nach dem Anschlag legten zahlreiche Moskauer Blumen auf dem Bahnsteig der Station Paweletskaja nieder, aus der die U-Bahn kurz vor der Explosion in einem ihrer Waggons abgefahren war. Der Fahrbetrieb verlief wieder normal. Bei dem Attentat am Freitagmorgen waren mindestens 39 Menschen ums Leben gekommen. Mehr 130 Personen wurden verletzt.

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