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Verschleppte UN-Mitarbeiter: Deutscher und weitere Helfer im Jemen wieder frei

Ein im Jemen verschleppter Deutscher und weitere ausländische Helfer sind nach Angaben der Regierung in Sanaa wieder frei. Immer wieder kommt es dort zu Entführungen, um Zugeständnisse von der Regierung zu erpressen.

Jemenitische Stammesmänner in der Nähe von Sanaa. Quelle: dpa
Jemenitische Stammesmänner in der Nähe von Sanaa. Quelle: dpa

Sanaa/BerlinEin Deutscher und weitere entführte Mitarbeiter der Vereinten Nationen sind wieder auf freiem Fuß. Sie waren von bewaffneten Stammeskriegern in der Provinz Al-Mahwit am Dienstag verschleppt worden, die sie als Faustpfand für die Freilassung inhaftierter Stammesmitglieder benutzen wollten. Zuvor hatte ein Stammesführer die baldige Freilassung der vier Mitarbeiter des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) angekündigt.

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Sie seien in Wadi Ahdschar rund 50 Kilometer nordwestlich von Sanaa freigelassen worden, so hieß es weiter. Die Entführer verlangten die Freilassung von Ali Ganem al-Subairi aus dem Gefängnis in Sanaa. Subairi ist wegen Mordes verurteilt.

Eine Gruppe einflussreicher Bewohner setzte sich für die Freilassung der sechs UN-Mitarbeiter - neben dem Deutschen eine irakische und palästinensische Frau, ein Kolumbianer und zwei Jemeniten - ein. Er sei mit den freigelassenen Geiseln auf dem Weg in die jemenitische Hauptstadt Sanaa, sagte Verhandlungsführer und Elektrizitätsminister Saleh Someh am Mittwoch.

Dort würden sie zum Büro der Vereinten Nationen gebracht. Ein UN-Mitarbeiter in Sanaa sagte, er warte noch auf eine Bestätigung der Berichte. Für die Freilassung sei kein Lösegeld gezahlt worden, sagte Someh. Zudem habe die jemenitische Regierung keine Zusagen über die Entlassung von Häftlingen gemacht.

Unterdessen ist auch zweieinhalb Jahre nach der Entführung einer fünfköpfigen deutschen Familie im Jemen das Schicksal von drei der Geiseln weiter unklar. Das Auswärtige Amt bemühe sich um Aufklärung, kämpfe aber mit der „extrem gespannten Sicherheitslage“ vor Ort, teilte eine Sprecherin mit. Bereits vorigen Juli habe der Krisenbeauftragte des Außenamts die jemenitischen Behörden in Gesprächen auf die Dringlichkeit des Falls hingewiesen.

Der von inneren Unruhen zerrüttete Jemen hat sich in der Vergangenheit wiederholt als gefährliches Pflaster für Ausländer erwiesen. Immer wieder kommt es dort zu Entführungen, um Zugeständnisse von der Regierung zu erpressen. Allein seit Ende 2005 wurden mindestens 15 deutsche Staatsbürger im Jemen verschleppt. Die meisten Geiselnahmen endeten jedoch unblutig.

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