Verschleppung durch CIA
El-Masri: USA soll sich entschuldigen

Der Deutsch-Libanese Khaled El-Masri hat von den USA eine Entschuldigung für seine Verschleppung durch den amerikanischen Geheimdienstes CIA gefordert. Der 43-Jährige berichtet von Misshandlungen und sagt, er habe während seiner Haftzeit Todesängste ausgestanden.

HB WASHINGTON/ BERLIN. Bei einer Pressekonferenz in Washington sagte El-Masri am Mittwoch, er wolle wissen, warum ihm dies angetan worden sei. Er schilderte in ruhigem Ton seine Haftzeit. Während der ganzen Zeit sei ihm nicht ein einziges Mal gesagt worden, was ihm eigentlich vorgeworfen werde. Die nachgeschobene Erklärung, er sei wegen einer Verwechslung ins Visier des Geheimdienstes geraten, bezeichnete er als „absolut absurd“. El-Masri war nach eigenen Angaben im Dezember 2003 vom CIA in Mazedonien verschleppt, in Afghanistan misshandelt und fünf Monate später in Albanien wieder ausgesetzt worden. Der Fall ist auch Thema im BND-Untersuchungsausschuss des Bundestages.

El-Masri sagt, er habe während der Haftzeit Todesängste ausgestanden. Er sei unter menschenunwürdigen Bedingungen gefangen gehalten und mit Schlafentzug gequält worden. Als Essen habe man ihm Hühnerbeine mit Wasser vorgesetzt, und das Trinkwasser sei faulig gewesen. El-Masri, der während der Haft in den Hungerstreik getreten und 60 Pfund abgenommen hatte, wurde nach eigenen Angaben aber noch besser behandelt als Mithäftlinge. Einer von ihnen habe berichtet, dass er in einen muffig-riechenden Koffer gesperrt worden sei, bis er sich übergeben musste. Andere hätten geklagt, dass man sie nackt und an den Armen aufgehängt über Tage in einem kalten Raum ihrem Schicksal überlassen habe. Auch seien Fälle bekannt geworden, bei denen Häftlinge unter Wasser getaucht worden seien.

Anthony Romero von der American Civil Liberties Union, die El-Masri vertritt, warf den USA vor, bereits zwei Monate vor der Freilassung des Deutsch-Libanesen von dessen Unschuld Kenntnis erlangt zu haben. El-Masri sei ein Opfer der „Folter-Praxis“, die die Regierung von US-Präsident George W. Bush zu verantworten habe.

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