Verschonung Arafats nicht sicher
Scharon relativiert seine Zugeständnisse

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon hält an seinen Todeslisten fest. Am Montag ist er von seiner Zusage an US-Präsident George W. Bush abgerückt, keine Gewalt gegen Palästinenser-Präsident Jassir Arafat anzuwenden.

HB JERUSALEM. „Ich bürge nicht für seine (Arafats) körperliche Sicherheit“, sagte Scharon am Montag in einem auf der Internet-Seite der Zeitung „Jedioth Ahronoth“ veröffentlichten Interview. Scharon kündigte zudem an, als Teil seines Plans für eine einseitige Lösung des Nahost-Konflikts alle jüdischen Siedlungen im Gaza-Streifen aufgeben zu wollen. Sollte ein Scheitern der Friedensgespräche eine Umsetzung seines Plans nötig machen, würde dies auf Jahre hin die Gründung eines Palästinenser-Staates blockieren, warnte er.

Bislang hatte Scharon gesagt, dass lediglich 17 der 21 Siedlungen im Gaza-Streifen geräumt werden sollten. Das Vorhaben stößt auf heftige Kritik in Scharons Likud und in der Regierungskoalition. Mehrere Minister erneuerten ihre Einwände bei einer Kabinettssitzung am Sonntag und forderten von Scharon, den Plan den Regierungsmitgliedern vorzulegen, bevor er in die USA reise.

„Wer Juden tötet und die Tötung von Juden und israelischen Bürgern anordnet, steht auf der schwarzen Liste“, erklärte Scharon, der Arafat am Freitag mit dem Tod gedroht hatte. Er räumte ein, Bush zugesagt zu haben, Arafat nicht ins Visier zu nehmen. Seit er dies versprochen habe, habe sich aber einiges geändert. Dazu zähle die US-Entscheidung, Israels Weigerung zu akzeptieren, mit Arafat zu verhandeln. „Als ich dieses Versprechen gemacht habe, ihm physisch keinen Schaden zuzufügen, ... ist er noch auf roten Teppichen rumspaziert“, sagte Scharon der Tageszeitung „Maariv“. „Heute kennen diese Leute (die Arafat respektiert haben) genau das Ausmaß des Schadens, den er angerichtet hat.“

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