Versöhnungskommission tagt
Anschläge in Bagdad fordern erneut zahlreiche Opfer

Bei Anschlägen sind am Samstag in Bagdad wieder einmal mehrere Menschen getötet worden. Im Westen der Hauptstadt wurden sieben schiitische Arbeiter aus einem fahrenden Auto heraus erschossen.

HB BAGDAD. Zwei weitere erlitten Verletzungen, wie die Polizei mitteilte. Der Osten Bagdads wurde innerhalb von 20 Minuten von zwei schweren Explosionen erschüttert.

Einer der Anschläge galt einer Polizeistreife; getötet wurde dabei ein Passant. Die zweite Detonation ereignete sich in der Nähe eines Militärstützpunkts. Dabei kam nach Angaben der Streitkräfte ein US-Soldat ums Leben.

Bei einem Bombenanschlag und einer Schießerei auf einem Markt in Bakuba wurden drei Menschen getötet und fünf weitere verletzt. In Mossul griffen Bewaffnete einen Stützpunkt irakischer und amerikanischer Soldaten an, kurze Zeit später zündete ein Selbstmordattentäter eine Autobombe. Verletzt wurde nach Angaben eines Polizeisprechers niemand. Während eines Gefechts zwischen vermummten Bewaffneten und irakischen Polizisten wurde in Mossul eine Zivilperson getötet, drei Angreifer starben bei einer weiteren Schießerei. In Hilla kam ein irakischer Soldat ums Leben, als vor seinem Hauseingang ein Sprengsatz explodierte.

Die USA bereiteten unterdessen die Verstärkung ihrer Truppen im Großraum Bagdad vor. Sie reagieren damit auf die erheblich gestiegene Gewalt zwischen Schiiten und Sunniten.

Die irakische Versöhnungskommission stritt bei ihrer ersten Sitzung am Samstag über eine mögliche Amnestie für Aufständische. Ministerpräsident Nuri al-Maliki, ein Schiit, erklärte, wer „Blut an seinen Händen“ habe, müsse vor Gericht gebracht werden. Der sunnitische Parlamentspräsident Mahmud al Maschhadani sagte daraufhin, wenn jemand bestraft werde, der einen US-Soldaten getötet habe, „sollten wir auch den amerikanischen Soldaten bestrafen, der einen Iraker getötet hat, der gegen die Besatzung gekämpft hat“. Al-Maliki hatte nach seinem Amtsantritt im Mai einen 24 Punkte umfassenden Plan zur nationalen Versöhnung veröffentlicht.

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