Versöhnungsprojekte
Nordkorea geht auf den Süden zu

Nordkorea hat sich zur Wiederaufnahme von Versöhnungsprojekten mit Südkorea bereiterklärt. Zugleich versetzte Pjöngjang seine Truppen wegen eines gemeinsamen Manövers des Südens und der USA in erhöhte Alarmbereitschaft.

HB SEOUL. Touristen aus dem Süden sollten wieder in die nordkoreanische Ferienanlage im Diamanten-Gebirge und zu den antiken Stätten von Kaesong unmittelbar nördlich der Grenze reisen dürfen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Montag. Auch Familienzusammenführungen könnten wieder aufgenommen werden.

Nach Angaben Nordkoreas wurde eine entsprechende Vereinbarung mit der Hyundai-Gruppe getroffen, dem wichtigsten südkoreanischen Investor im Land. Beide symbolischen Versöhnungsprogramme waren inmitten wachsender Spannungen nach dem Amtsantritt des konservativen südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak im Februar vergangenen Jahres ausgesetzt worden.

Hyundai-Chefin Hyun Jeong Eun war am Montag vergangener Woche nach Nordkorea gereist. Am Sonntag traf sie mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Il zusammen. Erst am Donnerstag hatte Nordkorea einen mehr als vier Monate lang festgehaltenen südkoreanischen Hyundai-Arbeiter freigelassen. Der Mann wurde Ende März im Industriezentrum Kaesong verhaftet, das in Nordkorea mit südkoreanischer Beteiligung betrieben wird. Dem Techniker wird vorgeworfen, sich gegen das kommunistische System Nordkoreas ausgesprochen zu haben. Hyundai spielt eine Schlüsselrolle bei den gemeinsamen innerkoreanischen Industrieprojekten, die seit gut einem Jahr ins Stocken geraten sind.

Wegen eines gemeinsamen Manövers Südkoreas und der USA versetzte Pjöngjang seine Truppen unterdessen in erhöhte Alarmbereitschaft. In einer Erklärung des Oberkommandos der Volksarmee wurde den USA und Südkorea am Montag erneut unterstellt, einen Angriff vorzubereiten. Auf jede Provokation werde Nordkorea mit einem „erbarmungslosen und vernichtenden Schlag gegen die Aggressoren mit sämtlichen offensiven und defensiven Mitteln, einschließlich seiner atomaren Abschreckung“, Vergeltung üben, wurde das Militär von den staatlichen Medien des kommunistischen Landes zitiert.

Südkoreas Verteidigungsministerium spielte die Erklärung als routinemäßige Reaktion auf das gemeinsame Manöver mit den USA herunter. In Nordkorea seien keine „ungewöhnlichen“ Bewegungen des Militärs erkennbar, sagte ein Sprecher vor Journalisten in Seoul. Bei dem gemeinsamen Manöver, das am Montag begonnen hat und das bis zum 27. August dauert, stehen Computersimulationen im Mittelpunkt.

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