Versorger mit Vorschlag: Keine Lösung, aber Optionen im Gasstreit

Versorger mit Vorschlag
Keine Lösung, aber Optionen im Gasstreit

Die Gespräche über ein Ende des Gasstreits zwischen Russland und der Ukraine wurden am Samstag vorerst ergebnislos vertagt. Halb Europa hatte auf eine schnelle Einigung und die damit verbundene Wiederaufnahme der Gaslieferungen gehofft. Europäische Energieversorger präsentierten derweil jedoch einen alternativen Lösungsansatz.

HB KÖLN/MOSKAU. Im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine haben die großen europäischen Gasunternehmen einen Vorschlag erarbeitet, der eine sofortige Wiederaufnahme der Lieferungen nach Europa ermöglichen soll. Er sei dem russischen Gazprom-Konzern am Samstag übermittelt worden, teilte der größte deutsche Gaskonzern Eon Ruhrgas mit. Der Vorschlag sehe vor, dass Naftogaz Ukrainy in der nächsten Zeit ausreichend Gas für die Wiederaufnahme des Transits zur Verfügung stehe, so dass Gazprom und Naftogaz ihre bilateralen Verträge erfüllen können. Den Vorschlag erarbeitet hätten der italienische Energiekonzern Eni, Eon Ruhrgas, der französische Versorger GDF Suez und die österreichische OMVEconGas, hieß es. Die Konzerne wollen den Vorschlag im Laufe des Wochenendes abschließend mit Gazprom abstimmen, um eine endgültige Lösung zu erreichen.

Das Krisentreffen von ranghohen Vertretern Russlands, der Ukraine und der EU zum Gasstreit ist am Samstag in Moskau vorerst ohne den ersehnten Durchbruch zu Ende gegangen. Der russische Präsident Dmitri Medwedew erklärte, Ministerpräsident Wladimir Putin und dessen ukrainische Kollegin Julia Timoschenko wollten die bilateralen Gespräche fortsetzen. Er hoffe, dass die Gaslieferungen innerhalb von Tagen wieder aufgenommen würden. Wichtigstes Ergebnis des Treffens sei die Gelegenheit zum Meinungsaustausch gewesen.

An dem Treffen in Moskau nahmen neben Medwedew, Putin und Timoschenko EU-Energiekommissar Andris Piebalgs, sein tschechischer Ressortkollege Martin Riman sowie ranghohe Beamte aus anderen europäischen Staaten teil. Sie wollten am elften Tag des russischen Lieferstopps eine Wiederaufnahme der Gasdurchleitung erreichen. Vor dem Treffen betonten die Ukraine und Russland, sie wünschten sich nichts mehr als die Wiederaufnahme der Gaslieferungen, die Schuld liege aber beim jeweils anderen. Die Gasversorgung ist wegen des Lieferstopps mitten im Winter in Teilen Ost- und Südosteuropas zusammengebrochen.

Timoschenko sagte, die Wiederaufnahme der russischen Gaslieferungen für Westeuropa habe oberste Priorität. Der Lieferausfall habe das Ansehen der Ukraine als Transitland beschädigt, sagte Timoschenko. Putin hatte am Freitagabend in Dresden noch betont, Russland wünsche sich eine Wiederaufnahme der Lieferungen, müsse sich aber vor dem Gasdiebstahl der Ukraine schützen.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier forderte Russland und die Ukraine unterdessen eindringlich auf, ihren Gasstreit beizulegen. „Es muss möglich sein, ein bilaterales Handelsproblem zu klären, ohne dass halb Europa im Kalten sitzt“, sagte Steinmeier der „Saarbrücker Zeitung“. Dies sage Deutschland beiden Seiten sehr deutlich. „Ich hoffe, dass diese Botschaft endlich ankommt“, fügte der Minister hinzu.

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