Versprechen nicht eingelöst
Köhler fordert mehr Engagement bei Armutsbekämpfung

Die Industrieländer müssen nach Ansicht von Bundespräsident Horst Köhler mehr für den Kampf gegen die Armut tun. Die sieben reichen Industrieländer (G 7) müssten sich „endlich dazu durchringen, die internationalen Konzepte der Armutsbekämpfung zu unterstützten“, sagte Köhler am Freitag im westafrikanischen Land Benin.

HB COTONOU/PORTO NOVO. Köhler mahnte in der Hauptstadt Porto Novo zugleich die Eigenverantwortung der Afrikaner an und forderte sie zur Bekämpfung der Korruption auf. Am zweiten Tag seines Staatsbesuchs eröffnete Köhler eine Brücke in der Regierungsstadt Cotonou, die mit deutscher Hilfe gebaut wurde.

Der Bundespräsident kritisierte, dass die Industrieländer ihr Versprechen noch nicht eingelöst hätte, 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens für die Entwicklungshilfe auszugeben. Derzeit liege der Anteil der Entwicklungshilfe aber nur bei durchschnittlich 0,3 Prozent. „Es muss ein faires Handelsregime in der Welt geben.“ Die Reichen müssten bereit sein zu teilen. Die Entwicklungshilfe dürfe nicht von der jeweiligen Kassenlage abhängig gemacht werden.

Am Freitagnachmittag übergab Köhler in Cotonou eine von der Firma Dywidag unter schwierigen Bedingungen in drei Jahren gebaute Brücke ihrer Bestimmung. An der Zeremonie nahm auch Benins Staatspräsident Mathieu Kérékou teil. Die vierspurige Brücke überspannt eine breite Lagune und entlastet die beiden bisherigen, dauernd verstopften Brücken. Der Bau kostete 37 Millionen Euro. Davon finanzierte die deutsche Seite 33,75 Millionen.

Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Kerstin Müller (Grüne), und der Außenminister Benins, Rogatien Biaou, wollten noch am Freitag drei Verträge über die bilaterale Zusammenarbeit in Höhe von 46 Millionen Euro unterzeichnen. Die Hilfe gilt der Verbesserung der Trinkwasserversorgung, der nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen und der Reform der staatlichen Verwaltung.

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