Verstärkte Konsolidierung des Banksektors
Malaysia liberalisiert Kapitalmarkt

Malaysia will den Kapitalverkehr mit dem Ausland weitgehend liberalisieren. Die meisten der 1998 eingeführten Kapitalverkehrskontrollen, die noch für malaysische Staatsbürger gelten, sollen zum 1. April fallen.

dp HB DÜSSELDORF. Das teilte die Zentralbank des Landes mit. Zugleich kündigte die Präsidentin der Zentralbank, Zeit Akhtar Aziz, eine verstärkte Konsolidierung des malaysischen Banksektors zu zehn Investment-Banken bis Juni 2006 an.

Die Liberalisierung und geplante Neuordnung des Finanzsektors kam für Analysten und Kapitalmärkte überraschend. Die Aufhebung der Kapitalkontrollen, die nur noch für malaysische Staatsbürger gelten, sollen malaysische Investoren zu verstärkten Auslandsinvestitionen ermutigen. Zudem hoffen Börsianer, dass sie auch den Weg für den Aktienhandel zwischen den Börsen in Kuala Lumpur, der malaysischen Hauptstadt, und in Singapur, dem benachbarten Stadtstaat, bereiten könnte.

Die Aufhebung der Kapitalverkehrskontrollen reflektiert das gewachsene politische und wirtschaftliche Selbstbewusstsein der Regierung unter Premierministers Abdullah Badawi, Nachfolger des legendären Premiers Mahathir bin Mohamad. Inzwischen verfügt die Zentralbank über internationale Reserven von über 73 Mrd. Dollar. Fortbestehen bleibt noch die Bindung des malaysischen Ringgit an den Dollar. Doch Badawi, der sich zunehmend aus dem Schatten Mahathirs löst, hatte erst jüngst erklärt, die Dollarbindung des Ringgit sei „nicht in Stein gemeißelt“.

Mahathir, der Vater des modernen Malaysias und die letzte Führungsfigur aus dem Club der legendären Autokraten Südostasiens, hatte das aufstrebende Industrialisierungsland gegen das Desaster der Finanz- und Wirtschaftskrise 1997/98 Südostasiens mit umfassendem Kapitaldirigismus zu schützen versucht. Er stürzte die junge Nation in ihre schwerste innenpolitische Krise.

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