Versuchte Vergewaltigung
IWF-Chef Strauss-Kahn wegen Sex-Attacke angeklagt

Schwere Vorwürfe gegen IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn. Der Franzose soll in New York versucht haben, ein Zimmermädchen sexuell zu bedrängen. Es ist nicht sein erster Skandal.
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New YorkDer Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, ist festgenommen worden. Dem 62-jährigen wird vorgeworfen, eine Hotelangestellte in New York sexuell belästigt zu haben. Nach Angaben der Polizei soll noch am Sonntag Anklage wegen versuchter Vergewaltigung und Freiheitsberaubung erhoben werden. Sein Anwalt erklärte der Nachrichtenagentur Reuters auf Anfrage, Strauss-Kahn werde auf nicht schuldig plädieren.

Der IWF bestätigte die Festnahme in einer kurzen Erklärung auf seiner Website. Es werde vorerst aber keine weitere Erklärung geben, alles laufe über Strauss-Kahns Anwälte und die örtlichen Behörden. Der IWF bleibe voll funktionsfähig, wurde in der Erklärung betont.
Strauss-Kahn, der als möglicher Kandidat der französischen Sozialisten für die Präsidentschaftswahl im kommenden April gehandelt wird, sollte am Sonntag in Berlin zu einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammentreffen. „Das Gespräch ist abgesagt“, sagte ein ranghoher Regierungsvertreter am Sonntag. Daraus folgt, dass der IWF auch keinen Stellvertreter für den verhafteten Strauss-Kahn nach Berlin schickt. Der IWF spielt eine wichtige Rolle in der europäischen Schuldenkrise.

Der IWF-Chef saß bereits in einer Air-France-Maschine mit Ziel Paris, als er zehn Minuten vor dem Start von Mitarbeitern der Flughafenbehörde in Gewahrsam genommen und an die New Yorker Polizei übergeben wurde. Die Polizei geht nach Angaben ihres Sprechers Paul Browne davon aus, dass Strauss-Kahn fliehen wollte, da er sein Mobiltelefon zurückgelassen habe.

Ein 32-jähriges Zimmermädchen hatte den Vorwurf erhoben, dass Strauss-Kahn sie sexuell belästigt habe. „Sie hat ausgesagt, dass er nackt aus dem Badezimmer gekommen ist und den Flur zum Foyer auf sie zugekommen ist, sie ins Schlafzimmer gezogen und dort sexuell bedrängt habe“, sagte Browne. Sie habe sich losreißen können und er habe versucht, sie in dem Hotelzimmer einzusperren. Das Zimmermädchen sei geflüchtet und anschließend wegen leichter Verletzungen in einem Krankenhaus behandelt worden.

Strauss-Kahn war bereits 2008 wegen einer Affäre mit einer ehemaligen Kollegin unter Druck geraten. Er entschuldigte sich für den dadurch entstandenen Ärger, wies aber Vorwürfe des Amtsmissbrauchs zurück. An der Spitze des IWF steht Strauss-Kahn seit November 2007. Seitdem hat er viel Lob für seinen Umgang mit der weltweiten Finanzkrise erhalten.

Auch in der derzeitigen europäischen Schuldenkrise spielt der Internationale Währungsfonds eine große Rolle. So ist er an den Rettungsprogrammen für Griechenland, Irland und Portugal beteiligt. Zudem überwacht der IWF die Umsetzungen der Auflagen, die die Länder im Gegenzug für die Hilfen erfüllen müssen.

Die Festnahme von Strauss-Kahn bringt den IWF unter Druck zumal der Vizechef des Fonds, John Lipsky, erst am Donnerstag erklärt hatte, mit Ablaufen seines Vertrages im August nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung zu stehen. Strauss-Kahns Amtszeit endet 2012.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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