Versuchte Vergewaltigung
Sex-Affäre um IWF-Chef bremst Griechenland-Verhandlungen

Der Vorwurf der versuchten Vergewaltigung gegen IWF-Chef Strauss Kahn erschüttert nicht nur den Währungsfonds, sondern trifft auch Europas Schuldenstaaten. Verhandlungen mit dem IWF um neue Hilfen verzögern sich.
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Die Festnahme von IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn werfen den Zeitplan der internationalen Verhandlungen über Griechenland-Hilfen durcheinander. Die für heute geplanten Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Griechenland-Krise finden nicht statt. Nach der Festnahme von IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn, der am Nachmittag in Berlin mit Merkel verabredet war, werde es kein alternatives Treffen mit einem anderen Vertreter der Organisation geben, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Alle Fragen in dem Fall seien an das Büro von Strauss-Kahn in Paris zu richten, ergänzte eine Sprecherin der Regierung.

Der 62-Jährige soll am Samstag in New York eine Hotelangestellte angegriffen und zum Oralsex gezwungen haben. Laut New Yorker Polizei hat Strauss-Kahn einen Rechtsanwalt hinzugezogen und gegenüber den Behörden zunächst keine Erklärung abgegeben. Ihm wird versuchte Vergewaltigung und Freiheitsberaubung vorgeworfen. Polizisten hatten den IWF-Chef kurz vor seiner Abreise nach Europa auf dem New Yorker JFK-Flughafen festgenommen. Ob Strauss-Kahn schon am Sonntag einem Richter vorgeführt wird, ist unklar. Dies hänge auch damit zusammen, wie viele andere Fälle es noch gebe, sagte ein New Yorker Polizeisprecher.

Der IWF steuert ein Drittel des Milliarden-Rettungspakets für Griechenland bei. Strauss-Kahns geplante Gespräche in Berlin und Brüssel galten als Indiz für den Ernst der Lage um das vom Staatsbankrott bedrohte Land.

Strauss-Kahn, der als möglicher Kandidat der französischen Sozialisten für die Präsidentschaftswahl im kommenden April gehandelt wird, sollte am Sonntag in Berlin zu einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammentreffen.

Der IWF-Chef saß bereits in einer Air-France-Maschine mit Ziel Paris, als er zehn Minuten vor dem Start von Mitarbeitern der Flughafenbehörde in Gewahrsam genommen und an die New Yorker Polizei übergeben wurde. Die Polizei geht nach Angaben ihres Sprechers Paul Browne davon aus, dass Strauss-Kahn fliehen wollte, da er sein Mobiltelefon zurückgelassen habe.

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  • Die Herren haben sich eben bedauerlicherweise nicht im Griff. Ein Escort-Service wäre billiger gewesen.

  • Das ganze war eingefädelt...
    Dem Strauss sollen die Flügel gestutzt werden - von wem und warum auch immer.
    Ich gönne es diesem verlogenen, korrupten Subjekt !

  • Bin mir im Moment auch nicht so sicher, was da läuft. Abwarten.

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