Verteidigungsetats: Die meisten Nato-Staaten verfehlen Ausgabenziel

Verteidigungsetats
Die meisten Nato-Staaten verfehlen Ausgabenziel

Die Nato-Verteidigungsminister müssen wieder einmal mit den USA über die ungleichen Verteidigungslasten reden. Pünktlich zu einem Ministertreffen in Brüssel veröffentlicht das Bündnis aktuelle Zahlen.
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BrüsselNur vier der 28 Nato-Staaten haben im vergangenen Jahr das gemeinsam vereinbarte Ziel erreicht, mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Verteidigung auszugeben. Die meisten Verbündeten blieben unter dem Richtwert, der allerdings nicht verbindlich ist. Dies geht aus einer am Dienstag von der Nato veröffentlichten Statistik hervor.

Das Zwei-Prozent-Minimum wurde nur von den USA (4,4), Großbritannien (2,4), Griechenland (2,3) und Estland (2,0 Prozent) erreicht. Frankreich (1,9) und die Türkei (1,8 Prozent) lagen knapp darunter. Deutschland brachte es auf 1,3 Prozent - zehn Nato-Staaten gaben gemessen am Bruttoinlandsprodukt noch weniger aus.

Insgesamt lagen die Verteidigungsausgaben der Nato-Staaten 2013 bei 1,023 Billionen US-Dollar. Das ist etwas mehr als im Vorjahr (1,019), aber 3,3 Prozent weniger als 2009 (1,058 Billionen Dollar). Von den Nato-Gesamtausgaben in Höhe von 1,023 Billionen Dollar entfielen 735 Milliarden auf die USA, knapp drei Prozent weniger als 2009 (757 Milliarden). Dies bedeutet, dass der europäische Anteil an den Gesamtausgaben für Verteidigung unverändert bei etwa 26 Prozent liegt.

Die deutschen Verteidigungsausgaben stiegen den Nato-Angaben zufolge von 34,17 Milliarden Euro 2009 um 7,5 Prozent auf 36,74 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.

In der Nato gab es 2013 rund 3,37 Millionen Soldaten. Das sind 6 Prozent weniger als 2009, als es noch 3,59 Millionen Soldaten gab. Mit 1,37 Millionen Soldaten (2009:1,42) Millionen standen die USA weit an der Spitze, gefolgt von der Türkei mit 494 000. Frankreich rangiert mit 213 000 (239 000) Soldaten auf Platz 3, gefolgt von Deutschland: Hier sank die Zahl der Soldaten von 247 000 im Jahr 2009 um ein Viertel auf nunmehr 184 000.

Die Verteidigungsminister der Nato wollen sich bei einem Treffen am Mittwoch in Brüssel auch mit der von den USA zunehmend als ungerecht kritisierten Lastenverteilung innerhalb des Bündnisses beschäftigen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Verteidigungsetats: Die meisten Nato-Staaten verfehlen Ausgabenziel"

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  • Was die gesamte Welt an Militärausgaben aufbringt um sich eines Tages auszulöschen lässt auf eine Primitive Spezies
    deuten. Aber wenn selbst bei uns die Friedensaktivisten der Grünen und Roten zum Krieg aufrufen und immer mehr Einsätze wollen, dann sind die AH GEne nicht ausgestorben.

    Die Amerikaner aber kürzen nun die Anzahl der Militärausgaben , wegen der wirtschaftlichen Lage. Schon springen die Gaucks , Özdemirs, Roth,Merkel,Gabriel V.d.L etc aus ihren Löchern und nehmen Dankbar diese weltweiten Polizeiaufgaben an. Dazu muss man aber Flugzeugträger haben, mindestens 3 Stück. Die dürfen wir genauso wenig bauen wie Atomuboote. Also ziehen wir mit Basballschläger in die nächsten Kriege trotz GG. Den Wisch nimmt sowieso niemand mehr in der Politik ernst.

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