Verteidigungsminister
Deutsche starten Awacs-Einsatz in Afghanistan

Nach dem Nein zur deutschen Beteiligung am Libyen-Konflikt will Deutschland künftig eine größere Verantwortung in Afghanistan übernehmen. Die ersten Awacs-Aufklärungsflugzeuge sollen schon bald starten.
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KabulDie Bundeswehr wird binnen weniger Tage mit dem Awacs-Einsatz in Afghanistan beginnen. „Das ist eine Frage von Tagen und nicht Wochen“, kündigte Verteidigungsminister Thomas de Maiziere bei seinem ersten Besuch in der afghanischen Hauptstadt Kabul im neuen Amt an. Die Vorbereitungen liefen, der Einsatz solle so schnell wie möglich beginnen, erklärte er nach einem Treffen mit dem Kommandeur der Nato-Truppe Isaf, US-General David Petraeus. De Maiziere kam in Kabul außerdem mit Präsident Hamid Karsai und Verteidigungsminister Abdulrahim Wardak zusammen. 

Nach seinem Gespräch mit Wardak versicherte de Maizière, dass die die Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte durch deutsche Kräfte fortgeführt werde. Er verwies auf die geplante schrittweise Übergabe der Sicherheitsverantwortung von den internationalen Kräften an die Afghanen. Dazu sei auch das sogenannte Partnering deutscher und afghanischer Soldaten der „Schlüssel zum Erfolg“. 

Als Einzelfall wertete der Minister in diesem Zusammenhang den Amoklauf eines afghanischen Soldaten in einem Außenposten der Bundeswehr vor einem Monat, bei dem drei Soldaten getötet und sechs weitere zum Teil schwer verletzt worden waren. 

De Maizière verwies darauf, dass die Internationale Schutztruppe ab Juli die ersten sieben Städte und Provinzen an die afghanische Armee und Polizei übergeben wird. Dazu gehört auch Masar-i-Scharif im Norden Afghanistans, der Standort des regionalen

ISAF-Hauptquartiers unter deutscher Führung.

„Ich komme hieher als Lernender“

Er habe in seinen Gesprächen sehr viel Lob für die Bundeswehr gehört, sagte de Maizière. “Das ist auch eine Verpflichtung für die Zukunft. „Bei seinem Treffen mit deutsche Soldaten im ISAF-Hauptquartier in Kabul dankte der Minister den deutschen Soldaten für ihren Einsatz. Es gebe „große Anerkennung und Unterstützung„ in der Bevölkerung, der Bundesregierung und dem Bundestag“. „Mir war wichtig, schnell zu kommen. Ich komme hierher als Lernender“, versicherte de Maizière, der das Amt erst vor wenigen Wochen von Karl-Theodor zu Guttenberg übernommen hatte.

Der wegen der Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit zurückgetretene CSU-Politiker hatte der Bundeswehr in Afghanistan insgesamt neun Besuche abgestattet. Er galt bei den Soldaten als engagiert und war beliebt. Auch die erste Reise de Maizières nach Afghanistan war aus Sicherheitsgründen bis zu seiner Ankunft geheim gehalten worden.

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