Verteidigungsminister Jung will militärische Drohkulisse aufrecht erhalten: Merkel setzt im Iran-Streit auf Russland

Verteidigungsminister Jung will militärische Drohkulisse aufrecht erhalten
Merkel setzt im Iran-Streit auf Russland

Bundeskanzlerin Angela Merkel versucht einem Magazinbericht zufolge Russland stärker in die Lösung des Konflikts um das iranische Atomprogramm mit einzubeziehen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) warnte zugleich vor „einer Militarisierung des Denkens“.

HB BERLIN. Über dieses Anliegen habe Merkel sowohl mit US-Präsident George W. Bush als auch mit Uno-Generalsekretär Kofi Annan gesprochen, berichtete der „Spiegel“ am Wochenende. Eine Regierungssprecherin bestätigte die beiden Telefonate, die in der vergangenen Woche stattgefunden hätten, sagte aber nichts zu den Inhalten. Russland hat in dem Streit einen Kompromiss vorgeschlagen. Merkel will demnach den Konflikt mit dem Iran am Montag auch bei ihrem Treffen mit dem französischen Präsidenten Jacques Chirac ansprechen. EU-Diplomaten zufolge sträubt sich die Regierung in Moskau derzeit gegen die Bemühungen Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens, eine härtere diplomatische Gangart einzuschlagen und den Uno-Sicherheitsrat einzuschalten.

Steinmeier sagte am Sonntag in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“: „Wir sollten sehen, dass wir die diplomatischen Lösungen, die immer noch zur Verfügung stehen, nach Kräften nutzen und ausschöpfen“, sagte Zur Diskussion über einen Militäreinsatz gegen Iran sagte er: „Wir arbeiten daran, dass diese Eskalation nicht stattfindet.“

Merkel habe Bush in dem Telefonat mitgeteilt, dass der Iran noch an dem russischen Vorschlag interessiert sei, berichtete der „Spiegel“ weiter. Demnach sei der Iran bereit, weiter über eine gemeinsam mit Russland betriebene Uran-Anreicherung zu verhandeln. Allerdings müsse an den Gesprächen über die Anlage auf russischen Territorium auch der zweite enge Iran-Verbündete China beteiligt werden. Uran kann je nach Anreicherung für die Stromgewinnung oder Atomwaffen benutzt werden. Eine Ausgliederung der Technologie in ein Gemeinschaftsunternehmen würde die Kontrolle über diesen entscheidenden Teil des iranischen Atomprogramms vergrößern.

Merkel gehe davon aus, dass der Konflikt eher unter Einbeziehung Russland gelöst werden kann, hieß es in dem Magazinbericht weiter. Dann müsse Russland allerdings nicht nur wie bisher über die Schritte der westlichen Staaten informiert werden, sondern an der Lösung mitarbeiten. Bush habe Merkel ermutigt, ihre diplomatischen Bemühungen fortzusetzen, schreibt das Magazin weiter. Die Bundeskanzlerin hatte den Konflikt vor kurzem auch bei ihrem Antrittsbesuch bei Russlands Präsident Wladimir Putin angesprochen und für eine gemeinsame Haltung geworben.

Seite 1:

Merkel setzt im Iran-Streit auf Russland

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%