Verteidigungsminister reagiert auf Kritik
Jung warnt vor Gefahren eines Libanon-Einsatzes

Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat sich gegen Kritik an seiner Vorbereitung des möglichen Marine-Einsatzes vor der Küste Libanons gewehrt und erneut auf die Gefahren einer solchen Mission hingewiesen.

HB BERLIN. „Als Inhaber der Befehls- und Kommandogewalt bin ich nicht dafür zuständig, Illusionen zu verbreiten“, sagte Jung der „Welt am Sonntag“ laut Vorabmeldung vom Freitagabend. „Wenn wir unsere Soldaten in einen möglicherweise gefährlichen Auslandseinsatz schicken, haben sie ein Recht darauf, dass der Verteidigungsminister das in der Öffentlichkeit auch zutreffend beschreibt“, sagte Jung zu entsprechenden Vorwürfen gegen ihn in den vergangenen Tagen.

Jung wurde vorgeworfen, er habe den deutschen Truppenbeitrag zu früh angeboten und unnötigerweise über die Zahl der Soldaten spekuliert. „Ich habe doch ein Gespür dafür, wo die Sache hinläuft. Ich wollte verhindern, dass sich die Zahl 1200 festsetzt, die ausschließlich durch Spekulationen einiger Medien entstanden ist. Da ich unser deutsches Angebot an die Uno kenne, wollte ich die Öffentlichkeit darauf vorbereiten.“ Jung versicherte, dass die Bundeswehr den Einsatz mit ihrem Material schaffen könne. „Ich werde keinen Soldaten in einen Auslandseinsatz schicken, der nicht bestmöglich ausgerüstet ist.“

Zugleich zog Jung eine positive Zwischenbilanz des Einsatzes der EU-Truppe Eufor im Kongo. Nur durch die europäische Truppe und auch die Soldaten der Bundeswehr sei in der kritischen Phase ein Bürgerkrieg verhindert worden, sagte Jung der Zeitung zufolge. Trotz der veränderten Sicherheitslage gebe es keinen Grund, das Mandat für die Soldaten zu verlängern. Die Soldaten der Bundeswehr würden wie geplant vor Jahresende nach Deutschland zurückkehren. „Da das Uno-Mandat auf vier Monate lautet, werden die deutschen Soldaten Weihnachten wieder zu Hause sein“, wird der Minister zitiert.

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