Verteidigungsminister tritt zurück
Nordkorea-Angriff lässt Regierung in Seoul wackeln

Der Artillerieangriff Nordkoreas auf den Süden zieht personelle Konsequenzen nach sich: Der südkoreanische Verteidigungsminister Kim Tae Young erklärte seinen Rücktritt. Pjöngjang droht derweil mit weiteren Angriffen. Nun rüstet Südkorea an der umstrittenen Seegrenze auf.
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HB SEOUL. Präsident Lee Myung Bak habe das Rücktrittsgesuch Kims angenommen, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das Präsidialamt in Seoul. Der Schritt erfolgte inmitten zunehmender Kritik an der Reaktion des südkoreanischen Militärs auf den Granatenbeschuss der Insel Yonpyong im Gelben Meer am Dienstag. Unter anderem hatten Abgeordnete der Militärführung vorgeworfen, zu spät und zu lasch reagiert zu haben.

Bei dem Zwischenfall waren vier Menschen getötet worden, darunter auch zwei Zivilisten. Das südkoreanische Militär hatte nach eigenen Angaben das Feuer aus Nordkorea erwidert.

Der Verteidigungsminister hatte schon einmal, Mitte des Jahres, seinen Rücktritt angeboten im Zusammenhang mit dem Versenken eines südkoraenischen Militärschiffs (angeblich) durch den Norden. Dabei sind 46 Menschen gestorben. Damals wurde der Rücktritt vo Präsident Lee aber nicht angenommen.

Das kommunistische Nordkorea droht derweil mit weiteren Angriffen. Ohne zu zögern, werde die Volksarmee „eine zweite und dritte Runde von Vergeltungsschlägen ausführen, sollten Kriegstreiber in Südkorea erneut rücksichtlos militärisch provozieren“, teilte das das Regime am Donnerstag mit. Südkorea kündigte an, die Streitkräfte auf seinen fünf Inseln nahe der umstrittenen Seegrenze im Gelben Meer zu verstärken. Chinas Regierungschef Wen Jiabao rief beide Länder zu „äußerster Zurückhaltung“ auf. Peking fürchtet eine Eskalation auf der koreanischen Halbinsel durch die neuen Seemanöver Südkoreas mit den USA.

Nach südkoreanischen Angaben feuerte Nordkorea mehr als 170 Geschosse. Davon seien 80 auf der nahe der Seegrenze im Gelben Meer liegenden Insel Yonpyong eingeschlagen. Südkorea habe das Feuer erwidert. Das Gefecht dauerte danach rund eine Stunde. Zahlreiche Gebäude wurden zerstört oder beschädigt.

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  • Somit hat Nordkorea schon ein Ziel erreicht, die politische Destabilisierung des Erzfeindes Südkorea.

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