Verteidigungsministerium
Viel Kritik für Barack Obamas Wunsch-Kandidaten

Geht es nach US-Präsident Obama, wird Vietnamveteran Chuck Hagel neuer Verteidigungsminister. Doch im Senat wird der Kritiker des Irak-Kriegs erstmal hart in die Mangel genommen - auch von seinen Parteifreunden.
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Washington
Barack Obamas Wunschkandidat für das Amt des Verteidigungsministers, Chuck Hagel, hat sich vor einem Ausschuss des US-Senats für seine Haltung zu Israel und dem Iran verteidigt. Für ihn habe die Sicherheit des Landes und des Militärs höchste Priorität, sagte Hagel am Donnerstag in Washington.

Zu den wichtigsten militärpolitischen Themen zähle er den Truppenabzug aus Afghanistan und die Freundschaft zu Israel. Außerdem müsse alles getan werden, damit der Iran nicht in den Besitz der Atombombe komme. „Ich habe dazu viel Engagement gezeigt, meine Haltung dazu ist klar“, sagte Hagel.

Zuvor hatte der 66-Jährige viel Kritik für seine politische Arbeit einstecken müssen. „Hagels Abstimmungsverhalten ist sehr besorgniserregend und abseits der Mehrheitsmeinung“, sagte der republikanische Senator James Inhofe. Der frühere Präsidentschaftskandidat John McCain stellte Hagels kritische Haltung zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan infrage.

Er selbst habe in Vietnam den Horror des Krieges erlebt, entgegnete Hagel. Nun sei es an der Geschichte, zu entscheiden, ob seine Haltung gerechtfertigt war. Für ihn sei das US-Engagement im Irak die „fundamental schlechteste Entscheidung seit Vietnam“ gewesen.

Hagel ist zwar Republikaner, gilt aber auch bei vielen konservativen Parteikollegen als umstritten. Pro-israelische Gruppen warfen ihm vor, einen Militärschlag gegen das iranische Atomprogramm abzulehnen. Dass er 2006 von einer „jüdischen“ Lobby gesprochen hatte, die auf US-Politiker in Washington „einschüchternd“ wirke, lieferte seinen Gegnern weitere Munition.

Nach dem Votum im Senatsausschuss mit rund zwei Dutzend Mitgliedern wird der gesamte Senat über Hagel abstimmen. Sollte der frühere Senator von Nebraska als Minister bestätigt werden, löst er Leon Panetta ab. Der Vietnamveteran gilt als unsicherster Kandidat für die neue Ministerriege Barack Obamas.

Der Verteidigungsminister ist neben dem Außen- und dem Finanzminister einer der bedeutendsten Köpfe am Kabinettstisch. Sein Budget beläuft sich auf fast 530 Milliarden Dollar (394 Milliarden Euro).

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Verteidigungsministerium: Viel Kritik für Barack Obamas Wunsch-Kandidaten"

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  • ahja ... der neue Verteidigungsministerkandidat ist "abseits der Mehrheitsmeinung"; die Mehrheitsmeinung befürwortet unumkehrbare Freundschaft zu Israel ( die letztendlich auch nichts anderes mit Anderen machen wie andere mit ihnen ); die Mehrheitsmeinung will unbedingt einen Krieg mit dem Iran ( hoffentlich gehen die Verantwortlichen selber hin und drücken den Abzug und stellen sich dem gegnerischen Kugelhagel ... als Patriot für ein ebenso verlogenes System tut man sowas doch oder? Und sie können dabei ja beten ... das wird die Kugeln garantiert abhalten );

    ich habe nichts gegen die Juden; aber...diese Leute sind mir einfach zu machtgeil; Goldman Sachs eben.

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