Vertrauensfrage bejaht

Zustimmung und Wut nach Papandreous Sieg

Euro- und Gold-Kurse hüpfen, als die griechische Regierung die Vertrauensfrage gewinnt. Aber die Proteste auf den Straßen gehen auch in der Nacht weiter. Ihr Verlauf bringt jedoch auch einen Hoffnungsschimmer.
Update: 22.06.2011 - 08:13 Uhr 29 Kommentare

Papandreou gewinnt Abstimmung

AthenDas Parlament in Athen hat der Regierung unter Ministerpräsident Giorgos Papandreou das Vertrauen ausgesprochen. Für die Regierung votierten in der Nacht zum Mittwoch alle 155 Abgeordnete der regierenden Sozialisten. 143 Parlamentarier stimmten dagegen. Zwei unabhängige Abgeordnete waren abwesend. Dies teilte Parlamentspräsident Filippos Petsalnikos mit.

Damit hat die Regierung des Sozialisten Papandreou die erste Hürde genommen, um das Land vor dem drohenden Bankrott zu bewahren. Kommende Woche steht eine neue Kraftprobe für Papandreou bevor. Dann muss das rigorose Spar- und Privatisiererungsprogramm vom Parlament gebilligt werden. Ein genauer Termin für die Abstimmung kommender Woche steht noch nicht fest.

Mehr als 20.000 Menschen protestieren

Nach der Rückendeckung des Parlaments für einen härteren Sparkurs sind die Proteste in Athen weitgehend friedlich geblieben. Bis auf einige Jugendliche verließen die mehr als 20.000 Demonstranten den Platz vor dem Abgeordnetenhaus, ohne dass es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei kam.

Einsatzkräfte benutzten am frühen Mittwochmorgen Tränengas, um eine kleine Gruppe Jugendlicher zu vertreiben, die ausharrten. Berichte über Verletzte oder Festnahmen lagen zunächst nicht vor. Der Verlauf der Proteste gilt als Gradmesser für die Chancen der Regierung, das Sparprogramm in den kommenden Wochen durchs Parlament zu bringen.

Positive Reaktionen in der EU

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso reagierte mit Erleichterung auf den Ausgang der Vertrauensfrage: „Das griechische Parlament hat ein Element der Unsicherheit in einer ohnehin schwierigen Situation beseitigt“, lobte er. Papandreou könne sich nun voll auf die geplanten Reformen konzentrieren.

An den Märkten fielen die ersten Reaktionen zunächst positiv aus, da mit der Entscheidung ein Zahlungsausfall des Euro-Staates fürs erste vermieden wird. Der Euro machte einen Freudensprung auf 1,4421 Dollar, fiel aber schnell wieder auf seinen Stand vor der Abstimmung bei 1,4400 Dollar zurück. Der Goldpreis legte um 80 Cent auf 1547,30 Dollar je Unze zu und konnte damit gleichfalls seine Tagesgewinne sichern.

Großer Optimismus machte sich unter Marktteilnehmern dennoch nicht breit. Der Chef des weltgrößten Staatsanleihenhändler Pimco, Mohamed El-Erian, sagte, er erwarte im Zuge der Schuldenkrise Zahlungsausfälle in Griechenland sowie in weiteren europäischen Ländern. „In den nächsten drei Jahren werden wir sehen, wie verschiedene Volkswirtschaften verschiedene Probleme angehen“, so El-Erian. Europäische Volkswirtschaften, besonders Griechenland, würden dabei nicht um Zahlungsausfälle herumkommen. Dabei sei es zwar unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich, dass ein griechischer Zahlungsausfall eine weitere globale Finanzkrise auslöse.

Der Investmentchef von Allianz Global Investors Capital (AGIC), Horacio Valeiras, fürchtet, dass auch Irland und Portugal auf eine Umschuldung angewiesen seien.

Eklat vor der Abstimmung
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29 Kommentare zu "Vertrauensfrage bejaht: Zustimmung und Wut nach Papandreous Sieg"

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  • In der Schweiz sollen um die 280 Millarden Euro an Steuergeldern aus Griechenland lagern:

    "€280bn of Greek capital has flown to Switzerland"


    Anstatt ein Hilfsprogramm in Millardenhöhe aus unseren Steuergeldern dennen zu schicken sollte man eher die Schweiz auffordern diese Geldern zurückzuüberweisen damit wäre die griechische Tragödie um vielfaches niedriger als aktuell.

  • "Griechenland ist lediglich ein willkommener Nebenschauplatz zur Ablenkung der tatsächlichen Probleme."

    genau so isses.

    an die eigentliche Ursache der Problematik, der Ungleichverteilung und der daraus resultierende Zwang zur Umverteilung über Kredit - mit der logischen Folge Überschuldung - traut sich niemand ran.

    Denn an der "Eigentumsgesellschaft" soll nicht gerüttelt werden,
    und nach dem Knall soll es dementsprechend wieder weitergehen wie gehabt:
    die dann entschuldeten "Griechen dieser Welt" bekommen wieder ordentlich Kredit - und die Exportkolonie liefert. Dieses mal nicht nur die Produkte, sondern gleich die ganzen Fabriken - mitsamt den Hochqualifizierten. Dies ist dann der neue Marshallplan. Irgendwie müssen die anderen ja aufholen -sonst kommen wir ja nie zum gewünschten Einheitsbrei.

    "unsere Führung" hat -wie leicht zu erkennen ist- keine "Vision Deutschland". Stattdessen haben die eine "Vision Europa".
    und deßhalb stehen wir hier in Deutschland seit bald 20 Jahren voll auf der Bremse, und pushen all jene europäischen Länder mit Nachholbedarf.

    das deutsche Volk hat von derlei Macht-Spinnerei etwa so viel,
    wie seinerzeit von des Kaiser's Schiffen.

  • „Mit ein wenig ökonomischen Sachverstand ist doch diese ganze Krise schnell zu lösen“.

    Mein Lieber, Sie scheinen immer noch nicht verstanden zu haben, um was es da eigentlich geht. Es geht nicht darum, das Problem mit Sachverstand zu lösen, es geht lediglich darum, wie man noch mehr Sklaven produzieren kann, die einer kleinen und kriminellen Elite den Wohlstand finanziert.
    http://www.siggi40.magix.net/website#Geld%203

    Die kriminelle Energie der herrschenden Kreise – sie ist ungetrübt und unverschämt
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=4493

    Kapitulation vor dem Monopoly-Monster
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,668324,00.html

    Unser Weg in die Schuldenknechtschaft
    http://www.wiwo.de/finanzen/punkt-3-banken-verursachen-schaeden-fuer-die-wir-alle-bezahlen-423738/

    Banken verursachen Schäden, für die wir alle bezahlen
    http://www.wiwo.de/finanzen/die-maerkte-boomen-die-krise-bleibt-445848/

    Die Märkte boomen – die Krise bleibt
    http://www.wiwo.de/finanzen/staaten-auf-der-kippe-424738/

    Der globale Kreditrausch
    http://www.faz.net/s/Rub58241E4DF1B149538ABC24D0E82A6266/Doc~E41A846A759AA42E9BCEA5F0BF3611DE9~ATpl~Ecommon~Sspezial.html

    "Es ist wieder an der Zeit, dass die Bürger die Guillotine flott machen", kommentiere ein Forist. Er hat verstanden. Auf was warten wir eigenlich?

  • „Hoch lebe der Zentralstaatskapitalismus. Nieder mit dem Volk“

    Spätestens nach dem großen Crash, der nicht mehr allzu weit entfernt ist, wird der Pöbel die gerechte Strafe selbst einfordern und vollziehen!!

    Griechenland und Nordafrika werden dagegen wie Peanuts erscheinen – so sicher wie das Amen in der Kirche. Da gibt es keine einsame Insel auf diesem Planeten, wo sich diese Jungs und Mädels verstecken können. Empört euch!!

    Prof. Markus Kerber, Jurist und Finanzwissenschaftler: „Revolte wird Pflicht für Citoyens. Revolte wird in dieser Ausnahmesituation zur vornehmen Pflicht jedes deutschen Citoyens, wenn die politische Klasse so erbärmlich versagt.

    Auf was warten wir eigentlich?

  • „Um den Reichtum weniger zu retten und zu sichern, bleiben Millionen Menschen auf der Strecke und müssen diejenigen, die überhaupt noch Steuern bezahlen, weiter bluten!“

    Da kann man die Griechen vielleicht besser verstehen, die auf die Barrikaden gehen. Was wir benötigen, sind keine Banksterrettungspakete, getarnt als Euro-Rettungspakete, was wir benötigen sind nordafrikanische Zustände.

    In der Süddeutschen kommentierte ein Forist: „Es ist wieder an der Zeit, dass die Bürger die Guillotine flott machen“. Er hat verstanden.

    Auf was warten wir eigentlich?

  • „Er schafft es, die eigenen Reihen lückenlos zu schließen“

    Haben sich die Millionen an Fakelaki also doch bezahlt gemacht. Hoffentlich haben die Bankster keine Nachschusspflicht vereinbart.

    Seehofer: "Die, die entscheiden, wurden nicht gewählt und die, die gewählt wurden haben nichts zu entscheiden"

    Nicht nur bei uns in DE.

  • "Abgesehen davon haben wir die Finanzkrise nur mit Hilfe des stabilen Euros so glimpflich überstanden"

    Die Finanzkrise ist nicht überstanden, sondern lediglich mit mehreren Billionen ein paar Jahre hinausgeschoben und verschlimmert worden. Also bitte nicht über etwas schreiben, von dem Sie nichts verstehen.

    Zwischen Oktober 2008 und Oktober 2010 genehmigte die Europäische Kommission nach eigenen Angaben Hilfen der 27 Mitgliedstaaten für den Finanzsektor im Umfang von insgesamt 4589 Milliarden Euro. Kein Schreibfehler, leider.

    +++ 18,2 Billionen Euro faule Werte vergiften europäische Banken +++
    http://diepresse.com/home/wirtschaft/boerse/453406/182-Billionen-Euro-faule-Werte-vergiften-europaeische-Banken?from=gl.home_Wirtschaft

    Im Quartalsbericht der BIZ vom Juni 2008 geht hervor, dass die Bankster weltweit auf ca.600 Billionen Dollar absolut wertloser Papierschnipsel sitzen, aus den Bilanzen ausgelagert, um sie vor dem sofortigem Kollaps zu bewahren. http://www.bis.org/press/p080609_de.pdf

    Ohne einen Reset im Finanzsystem und einer Aufteilung in Geschäfts- und Zockerbanken wird es keinen Aufschwung in den westlichen Industriestaaten geben.

    Ob der Euro oder der Dollar kollabiert, oder die chinesischen Immobilienblasen platzen, ist absolut unerheblich. Der daraus resultierende Domino-Effekt sorgt dann für den Rest.
    Griechenland ist lediglich ein willkommener Nebenschauplatz zur Ablenkung der tatsächlichen Probleme.

  • Mit diesen Fähnchen-, Plakat- und Trillerpfeifendemonstranten kommen die Politiker schon zurecht.
    Die Mehrheit im Parlament wurde eben noch bestätigt - und jetzt werden die Griechen weichgekocht. step by step.

    ... und natürlich auch die Zahlmeister in den anderen Teilen Europas. step by step.

    Währenddessen wechseln sich die "Konservatíven" mit den "Sozialisten" regelmäßig die Regierung - d.h.: das System ist sicher, und bleibt sicher unter Kontrolle von Industrie und Großkapital.
    Die einen schufften, und bekommen den Gürtel enger geschnallt - die anderen kassieren ab.
    Und mit "Leistungsgesellschaft" hat dies immer noch wenig zu tun;
    wir leben doch jetzt schon in einer "Eigentumsgesellschaft".

  • Ein Grieche hat den Big Ben in London geklaut:
    http://www.bringthemback.org/

  • Man kann langsam dieses ganze Gerede von all diesen Experten nicht mehr hören. Mit ein wenig ökonomischen Sachverstand ist doch diese ganze Krise schnell zu lösen. Wenn man davon ausgeht, dass ein Staat nichts anderes ist als ein Zusammenschluss seiner Bürger, sollte ein Dreipunkteplan zur Lösung genügen.
    Erstens sollte man das Verwaltungs- und Steuersystem auf seine Funktion prüfen und der Größe anpassen, damit nachhaltig zu erzielende Einnahemn für den Staat generiert werden können. Somit weiß ich wieviel Schulden ich mir leisten kann, also Zins und Tilgung nachhaltig bedienen kann. Zweitens muss der Staat seine Assets bewerten und nicht notwendige Einrichtungen Firmen etc. verwerten. Drittens bleibt ein Betrag über, der getilgt werden muss. Hier komme ich zu meinem Eingangssatz zurück und zwar müssen die Bürger mit Ihrem Privatvermögen gemäß Ihrer Leistungsfähigkeit herangezogen werden und mit einer einmaligen Umlage zur Tilgung herangezogen werden. Somit könnte ohne ewige Hilfen von aussen, ich möchte betonen, dass diese für eine Übergangszeit sicher weiter nötig sind, eine Lösung erreicht werden. Als letzter Schritt, dieser ist aber ausserhalb der oben genannten Schritte zu sehen, sollten alle die in der Krise Ihr Geld von den Banken abgezogen haben bzw. die Banken die in der Krisenzeit auf griechisceh Anleihen spekuliert haben oder diese an die EZB oder an den MArkt abgegeben haben mit einer Zwangsabgabe belegt werdeb, um ein Signal gegen die Krisengewinnsucht zu setzen.

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