Vertreibungsdebatte soll Wunden schließen
Köhler wirbt für Ausbau der deutsch-polnischen Beziehungen

Einen neuen Akzent in der deutschen Außenpolitik hat Bundespräsident Horst Köhler mit einem Besuch in Polen auf seiner ersten regulären Auslandsreise gesetzt. Köhler machte anders als seine Vorgänger seinen ersten Antrittsbesuch im Ausland in Polen und nicht in Frankreich.

HB WARSCHAU. Mit Nachdruck warb der in Polen geborene Köhler für den weiteren Ausbau der deutsch-polnischen Beziehungen. Nach einem Treffen mit Polens Staatspräsidenten Aleksander Kwasniewski plädierte Köhler wie sein Vorgänger Johannes Rau dafür, in der Frage der Errichtung eines Zentrums gegen Vertreibung in Berlin den Dialog mit Polen zu suchen und die Diskussion im europäischen Kontext zu führen. Die Vertreibungsdebatte solle Wunden schließen und nicht neue Gräben aufreißen, sagte Köhler. Er reagierte mit „Unverständnis“ auf Versuche von deutschen Alteigentümern, mit Klagen vor polnischen und europäischen Gerichten die Rückgabe von Immobilien in Polen durchzusetzen.

Kwasniewski machte deutlich, dass Polen darauf dringe, dass das Thema endgültig abgeschlossen werde. Polen erwarte, dass Entschädigungsforderungen nicht Teil der deutsch-polnischen Politik würden. Die Aktivitäten der „Preußischen Treuhand“ hatten in Polen erhebliche Unruhe hervorgerufen.

Zugleich betonte der polnische Präsident: „Alle Versuche, die Geschichte neu zu schreiben, sind unzulässig.“ Polen und Deutschland wollten weiter nach vorne blicken, dabei aber nicht die tragische Vergangenheit vergessen. Kwasniewski würdigte es als „freundschaftliche Geste“, dass Köhler seine erste Auslandsreise nach Polen unternommen habe.

Köhler wird unmittelbar im Anschluss an den Aufenthalt in Polen an diesem Freitag nach Paris reisen. Am vergangenen Samstag hatte er bereits in Wien an dem Trauerakt für den österreichischen Präsidenten Thomas Klestil teilgenommen.

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