Verwicklungen
Spekulationen um Terrorverdächtige im Kosovo

Die drei im Kosovo verhafteten deutschen Terrorverdächtigen sollen einem Zeitungsbericht zufolge der Bundeswehr angehören und für den BND gearbeitet haben – eine absurde Vorstellung, findet die Bundesregierung.

HB BERLIN. Unter Berufung auf Geheimdienstkreise, meldete die „Bild“-Zeitung am Montag, die Männer seien von der Bundeswehr an den BND „ausgeliehen“ worden und hätten dort in dem für den Balkan zuständigen Referat gearbeitet.

Die Bundesregierung wollte sich nicht dazu äußern. Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg wies aber alle Spekulationen über eine Verwicklung der Bundesregierung in den Anschlag auf das EU-Hauptquartier im Kosovo entschieden zurück: „Die Vorstellung, dass die Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland in terroristische Anschläge im Ausland verwickelt sein könnte, ist absurd“, sagte er.

Das Bundestagsgremium für die Kontrolle der Geheimdienste wird sich in den nächsten Tagen mit dem Fall beschäftigen. „Ich gehe fest davon aus, dass es Mitte der Woche zu dieser Sitzung kommen wird“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des parlamentarischen Kontrollgremiums (PKG), Max Stadler (FDP).

Am vergangenen Mittwoch waren drei Deutsche von einer Anti-Terror-Einheit im Kosovo verhaftet worden. Ihnen wird vorgeworfen, am 14. November einen Sprengstoffanschlag auf das EU-Hauptquartier in Pristina verübt zu haben. Schon am Wochenende hatten örtliche Medien berichtet, die drei Männer im Alter von 41 bis 47 Jahren seien BND-Mitarbeiter.

Die Bundesregierung wollte keinen der Berichte über die Identität der Männer kommentieren. Steg sagte, er wolle nichts „über den Status“ der drei Männer sagen. Über alles, was mit nachrichtendienstlicher Tätigkeit zu tun habe, werde das Parlamentarische Kontrollgremium informiert.

Die bilateralen Beziehungen zum Kosovo sieht die Bundesregierung durch die Festnahmen nicht beeinträchtigt. Der Sprecher des Auswärtigen Amts, Jens Plötner, sprach von guten und vertrauensvollen Beziehungen. Er gehe davon aus, dass der Fall „keinerlei negative Auswirkungen“ haben werde. Stattdessen rechne er mit einer guten Zusammenarbeit bei der Aufklärung.

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