Verwirrung um Nordkoreas Staatschef: Kim Jong Il in China verschollen

Verwirrung um Nordkoreas Staatschef
Kim Jong Il in China verschollen

Ein Besuch des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong Il in China sorgt für Verwirrung. Ein Sonderzug des Machthabers passierte angeblich unter größten Sicherheitsvorkehrungen die Grenze in das Nachbarland. Die Regierung in Peking wollte die überraschende Visite jedoch nicht bestätigen. Politiker und Diplomaten in Südkorea werden nervös.

HB PEKING. Auch das chinesische Außenministerium erklärte, es lägen keine Informationen über einen Besuch Kims in China vor. Er sei zwar geplant, der Termin stehe aber noch nicht fest.

„Wir wüssten zu gerne, wo er ist, aber bislang wissen wir nichts“, sagte ein chinesischer Diplomat. Er hielt es aber für fast ausgeschlossen, dass Kim Jong Il über China nach Russland fahren wolle, wie in südkoreanischen Medien spekuliert wurde.

Der Sonderzug Kim Jong Ils war offenbar am Morgen über die Grenze nach China und über Shenyang im Nordosten in Richtung Peking gefahren, wie Mitarbeiter der beiden Bahnhöfe bestätigt hatten. Schon bei früheren Besuchen von Kim Jong Il - zuletzt 2004 - war seine Visite erst offiziell bestätigt worden, als der Führer des stalinistischen Staates schon wieder das Land verlassen hatte.

Weblog "Der Blick nach China": Ei, wo isser denn?

Der Geheimbesuch hat vor allem in Südkorea Rätselraten ausgelöst. Die Berichte über seinen den China-Besuch nähren Spekulationen über neue Gespräche zum nordkoreanischen Atomprogramm. Experten sagten, Kim könnte in dem Nachbarland um Unterstützung der chinesischen Führung etwa gegen die Wirtschaftssanktionen bitten. „Die Verhandlungsposition des Nordens hat sich in jüngster Zeit verschlechtert“, erklärte der südkoreanische Beobachter Kim Sung Han. Die USA sind gegen mehrere Unternehmen vorgegangen, denen sie vorwerfen, Nordkoreas Atomprogramme durch Banknotenfälschung, Geldwäsche und Drogengeschäfte mitfinanziert zu haben.

China und andere Staaten der Region versuchen derzeit, die Führung in Pjöngjang zu neuen Verhandlungen über ihr Nuklearprogramm zu bringen. Nordkorea verfügt nach eigener Darstellung über Atomwaffen.

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