Verzicht auf Atomwaffentest gefordert
Uno-Sicherheitsrat warnt Nordkorea

Der Weltsicherheitsrat hat Nordkorea am Freitag aufgefordert, auf seinen angekündigten Atomwaffentest zu verzichten. Andernfalls werde es Konsequenzen geben. Während sich das Gremium „tief besorgt“ über die nordkoreanische Ankündigung äußerte kursierten bereits neue Spekulationen in der Region.

HB NEW YORK/WIEN/TOKIO. Ein Atomwaffentest „wäre eine klare Bedrohung des internationalen Friedens und der Sicherheit“, mahnte der Weltsicherheitsrat am Freitagabend in einer formalen Erklärung. Indirekt drohte der Rat der Regierung in Pjöngjang Sanktionen an: Ein Atomtest „würde den Sicherheitsrat zwingen, seinen Verpflichtungen gemäß der Uno-Charta nachzukommen“, heißt es in dem Dokument, das der amtierende Ratspräsident Kenzo Oshima (Japan) im Namen aller 15 Mitglieder verlas.

In Wien verurteilte die Uno-Behörde zur Überwachung des internationalen Atomteststopp-Abkommens (CTBTO) die nordkoreanische Ankündigung, möglicherweise schon in Kürze einen Atomtest durchzuführen. Pjöngjangs Erklärung sei „höchst bedauerlich und äußerst Besorgnis erregend“, warnte der Chef der Behörde, Tibor Tóth.

Der Sicherheitsrat betonte, dass Pjöngjang im Fall eines Atomtests mit der „einstimmigen Verurteilung durch die internationale Gemeinschaft“ rechnen müsse. Ganz bestimmt würde sich Nordkoreas nationale Sicherheit, mit der das Land seine atomare Rüstung begründet hatte, durch den Versuch nicht verbessern. Deshalb sollte Nordkorea unverzüglich an den Verhandlungstisch zurückkehren und über die Sechs-Parteien-Gespräche „eine friedliche und umfassende Lösung“ seiner Probleme anstreben. Pjöngjang boykottiert die Gespräche seit fast einem Jahr. Nordkorea nannte bisher die Aufhebung bestehender „Finanzsanktionen“ der USA gegen das Land als Bedingung für seine Rückkehr an den Verhandlungstisch.

Derweil kursierten Spekulationen in der Region, dass Nordkorea einen Atombombentest schon an diesem Sonntag unternehmen könnte, dem Jahrestag der Ernennung des Machthabers Kim Jong Il zum Vorsitzenden der Arbeiterpartei 1997. Die südkoreanische Zeitung „Dong-A Ilbo“ berichtete unter Berufung auf Informanten in Washington, die US-Geheimdienste schlössen einen unterirdischen Atomtest in den nächsten Tagen nicht aus. Aus anderen Quellen habe es dagegen geheißen, auf Satellitenfotos seien bisher keine „besonderen Bewegegungen“ in Nordkorea beobachtet worden, die auf einen unmittelbar bevorstehenden Atomtest hinwiesen.

Die japanische Regierung entdeckte nach eigenen Angaben noch keine Anzeichen für einen Atomversuch. Japan intensiviere jedoch seine Vorbereitungen für eine Reaktion, sollte der kommunistische Nachbar seinen Plan vorantreiben, sagte ein Regierungssprecher. Nordkorea hatte am Dienstag mitgeteilt, es sehe sich durch die Sanktionen und den Druck der USA zum Atomtest gezwungen, nannte aber keinen Zeitpunkt.

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