Verzögerungen bei der Terminfindung für eine neue Runde der Sechser-Gespräche
Nordkorea will über Atomwaffen verhandeln

Nordkorea zeigt sich gesprächsbereit, was die Beendigung seines Atomwaffenprogramms angeht. Diplomaten wollen den Ort der mysteriösen Explosion besichtigen, die Befürchtungen über einen Atomtest aufkommen ließ.

HB PEKING. Nach der Rückkehr von viertägigen Gesprächen in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang sagte der britische Außenstaatssekretär Bill Rammel am Dienstag vor Journalisten in Peking, er habe Nordkorea gedrängt, dem Beispiel Libyens zu folgen. Das afrikanische Land hatte seine Massenvernichtungsprogramme offen gelegt und aufgegeben. Seine Gesprächspartner hätten das Beispiel Libyens als „nicht mit Nordkorea vergleichbar“ bezeichnet.

Gleichwohl hätte die nordkoreanische Regierung sich weiter gesprächbereit gezeigt. „Sie sind dem Prozess der Sechser-Gespräche weiter verbunden, aber haben sich nicht auf einen Termin festgelegt“, sagte Rammell. An den Gesprächen nehmen Nordkorea, China, die USA, Japan, Südkorea und Russland teil. Auf den Treffen wird über ein Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms verhandelt. Um die vierte Runde der Sechser-Gespräche wie vereinbart noch vor Ende des Monats in Peking abzuhalten, laufen derzeit eine Fülle diplomatischer Aktivitäten.

Warum Pjöngjang bei der Terminfindung zögere, habe mehrere Ursachen, sagte Rammel. Ein Faktor sei offenbar die US-Präsidentenwahl. Auch seien „ungünstige Entwicklungen“ seit der letzten Runde genannt worden. „Verschiedene Leute gaben mir unterschiedliche Gründe.“ Nordkorea habe auch Südkoreas Atomexperimente angesprochen, sagte Rammell. Die Enthüllung dürfe Nordkorea allerdings nicht als Vorwand dienen, nicht zu den Verhandlungen zurückzukehren. Die Experimente seien „unbedeutend“ gewesen und von der Regierung in Seoul nicht unterstützt worden, betonte der Brite.

Zu der mysteriösen Explosion in Nordkorea, die am Montag offiziell mit der Sprengung eines Berges erklärt worden war, sagte Rammell, der britische Botschafter werde einen Besuch ausländischer Diplomaten am Dienstag oder Mittwoch organisieren. Der Staatssekretär zitierte Nordkoreas Außenminister Paek Nam Sun: „Es war kein Unfall, es war keine nukleare Explosion, sondern in Wirklichkeit eine absichtliche Sprengung eines Berges als Teil eines Wasserkraftprojektes.“

Die Explosion mit einem Rauchpilz hatte sich am vergangenen Donnerstag, dem nordkoreanischen Nationalfeiertag, in der Provinz Ryanggang nahe der Grenze zu China ereignet. Es gab Spekulationen über einen Unfall in einer unterirdischen Militäreinrichtung oder sogar über einen Atomtest, wovon die USA und Südkorea aber nicht ausgehen.

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