Video aufgetaucht

IS-Kämpfer posieren mit deutschen Handgranaten

Dass deutsche Waffen ihren Weg in Krisengebiete finden, ist nichts Neues. Nun aber ist ein Video aufgetaucht, in dem IS-Kämpfer mit deutschen Handgranaten zu sehen sind. Die Bundeswehr ist in Erklärungsnot.
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Bildausschnitt des aufgetauchten Videos: Ein IS-Terrorist hält eine „DM41“, eine deutsche Handgranate, in seiner Hand. Quelle: AFP

Bildausschnitt des aufgetauchten Videos: Ein IS-Terrorist hält eine „DM41“, eine deutsche Handgranate, in seiner Hand.

(Foto: AFP)

WashingtonKämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben deutsche Handgranaten älterer Bauart präsentiert. Auf einem im Internet hochgeladenen Video packen Extremisten Granaten aus, deren Behälter die Aufschrift „DM41“ tragen – die Typbezeichnung eines älteren deutschen Fabrikats. Unklar ist, aus welchen Beständen die Waffen stammen und wie sie den Weg nach Syrien gefunden haben.

Auf dem am Dienstag im Internet hochgeladenen Video zeigen Extremisten zunächst eine auf einem Feld niedergegangene Fallschirmladung. Die USA hatten zu Wochenbeginn Waffen aus kurdischen Beständen für die Verteidiger der nordsyrischen Stadt Kobane abgeworfen. Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle landete mindestens ein Waffenabwurf in den Händen des IS.

Ein Bundeswehrsprecher sagte am späten Dienstagabend der Nachrichtenagentur dpa, Granaten des im Video gezeigten Typs seien nicht kürzlich an die kurdischen Peschmerga-Einheiten im Nordirak geliefert worden. Vielmehr hätten die Kurden dort das Nachfolgemodell „DM51“ erhalten. Die Bundeswehr hatte die Kurden im Irak im Kampf gegen den IS mit Waffen ausgestattet. Über die „DM41“-Granaten hatte zuvor der Blog-Autor Thomas Wiegold geschrieben.

Das US-Verteidigungsministerium hält es für möglich, dass von den 28 abgeworfenen Bündeln mindestens eines versehentlich an den IS gelangte. Pentagonsprecher John Kirby sagte, bestätigen könne er Berichte, nach denen der IS die Waffen in Besitz genommen hat, aber nicht. „Die kurze Antwort ist: Wir wissen es nicht.“

Am Montag hatte das Zentralkommando in Florida noch mitgeteilt, dass in der Nähe von Kobane eine herrenlose Ladung Waffen zerstört wurde. Damit wolle man verhindern, dass diese in die falschen Hände geraten. Kirby sagte dagegen am Dienstag, dass das Bündel zwar getroffen worden sei. Ob es tatsächlich zerstört wurde, sei aber nicht klar. Selbst wenn ein Bündel sein Ziel nicht erreicht habe, sei die Erfolgsquote der Abwürfe aber äußerst hoch.

Haben Amerikaner auch deutsche Waffen über Kobane abgeworfen?
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9 Kommentare zu "Video aufgetaucht: IS-Kämpfer posieren mit deutschen Handgranaten"

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  • Die DM41 wird seit 1975 nicht mehr beschafft. Einzelstücke und Restposten sollten weltweit vagabundieren. So ein Bild sagt also gar nichts.
    Typisch sensationslüsterneer Flachjournalismus.
    Keine Ahnung - aber ALARM! ALARM!

  • Die Handgranaten funktionieren eh' nicht, schließlich kommen sie von dr Bundeswehr... :-DD

  • >> IS-Kämpfer posieren mit deutschen Handgranaten <<

    Den Kern der IS-Militaristen hat die NATO in Jordanien für den Kampf gegen Asad ausgebildet......mit überwiegend amerikanischen Beratern und anschliessend mit Deutschen Waffen ausgestattet.

    Die Waffen sind immer der Deutsche Beitrag der NATO.

    Die Presse hat nicht so zu tun, als ob sie das nicht wüsste.

    Deutschland hat seit Afghanistan seine Hände immer in Blut ! In Blut unschuldiger Zivilisten.

    Und Deutschland unterstützt großspurig die eigentlichen Terroristen.....die Staatsterroristen...die NATO und die Geheimdienste!


  • Unter der sogenannten "Christlichen Union" wurden die Ausfuhren von Waffen forciert!

    Jetzt kämpfen alle Seiten gegeneinander und knallen sich ab wo sie gehen und stehen! Natürlich nicht nur mit den Waffen aus unserer heimatlichen Produktion, schon klar!

    Nur wir sollten kleine Brötchen backen und nicht weltweit an dritter Stelle der Waffenlieferanten stehen!

    Das Bundesverfassungsgericht hat die Regierung in ihrem Alleingang noch bestätigt! D.h. die Regierenden können Waffenlieferungen in aller Herren Länder beschließen und wenn alles erledigt ist, dann darf die Opposition danach Auskunft erhalten!!!!!!!!!!!

    Das spiegelt keine vom Volk gewählte Regierung wider, das ist Willkür, man könnte auch Diktatur sagen!!

    Aber mit Waffen und Panzern sichert man in Deutschland Arbeitsplätze und da ist jedes Mittel recht!

  • HB, Sie wissen doch ganz genau, wer anfänglich die Rebellen bzw. Aufständischen gegen Assad mit Rat, Geld und Waffen vollgepumpt hatte. Und auch darüber hinaus und aktuell werden die IS-Terror-Brigaden weiter mit Waffen aller Art, Kraftfahrzeugen (Toyota z.B.) und sonstigen Kriegs-geeigneten Gerätschaften aus dem erweiterten Westen versorgt - und wenn es über Umwege geschieht. Ich kann diese verdammte Unschulds-Scheinheiligkeit des Westens und seiner Medien nicht mehr hören und lesen. Fehlt nur noch, dass man jetzt auch noch bei diesem Thema die Russen und ihre Kalaschnikovs zum Sündenbock macht..! Also, s.g. HB, bleiben Sie einfach nur bei der korrekten Beschreibung dessen, was Sie mit Sicherheit auch bzw. besser wissen werden als viele andere..! Im Übrigen: Alle Waffen-Produzenten, egal auf welcher Seite, die hier - in welchem Umfang auch immer - von dem IS-Krieg profitieren, sind alle in Jubel- und Hoch-Stimmung..!

  • Nach der Rückkehr Deutschlands als kriegsführende Nation zum hundersten Jubiläum des 1. Weltkriegs müssen wir unsere Strategie der Zeit anpassen. Da können wir von den Amerikanern viel lernen, die Krieg rein als Geschäft betreiben. Der Ertrag ist maximal, wenn man beide Seiten beliefert, und die sich dann gegenseitig ausrotten - nachdem sie ihre Waffenrechnungen beglichen haben.

    Flankierend kann man mit Bombardements aus der Luft dafür sorgen das das Kräftegleichgewicht erhalten bleibt und auch die Dauer der Kämpfe maximiert wird. Wenn man dann noch die gesellschaftlichen/politischen Strukturen zerstört, hat man jahrzehntelang gutes Geschäft.

    Als Verteidigungsminister oder Aussenminister kann man darüber hinaus die eigene Karriere befeuern oder schöne Rhetorikübungen zu Erlangung der Honoatiorenwürde zelebrieren.

    Am Ende gilt, dass Kriege allen nur Vorteile bringt, bis auf die kleine Minderheit an bzw. zwischen den Fronten.

  • „Waffen geraten schnell in andere Hände“
    http://sz.de/1.2096077

    Wie Recht Herr Prantl doch hatte.

  • Keine deutschen Waffen in Kriegsgebiete, weder leichte noch schwere Waffen, sonst muß die Bundeswehr am Ende gegen die eigenen Waffen kämpfen, was für eine Horrorvorstellung.

  • war ja abzusehen gewesen dass bei der freizügigen Waffenvergabe der westlichen Regierungen so was passieren wird.
    Es wird der Tag kommen an dem Soldaten der Bundeswehr bei Auslandseinsätzen gegen Deutsche Panzer kämpfen müssen.

    Deshalb: keine Waffen in Krisengebiete und Staaten mit totalitären Regierungen, egal ob es "Freunde" sind oder nicht.

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