Video bei Youtube aufgetaucht
Bush: Finanzmärkte waren besoffen

US-Präsident George W. Bush hat eine ganz eigene Einschätzung über die Ursachen der Immobilien- und Finanzkrise in den USA. Und die wurde jetzt durch das Video-Internetportal Youtube öffentlich. Trotz seiner kernigen Meinung segnete der Präsident aber dennoch ein Rettungspaket für den US-Immobilienmarkt ab.

HB WASHINGTON. Die Wall Street war besoffen. „Sie war besoffen und jetzt hat sie einen Kater“, sagte Bush auf einer privaten Veranstaltung am Freitag in Houston. „Die Frage ist, wie lange bleibt sie nüchtern und wie lange wird sie es seinlassen, diese ganzen ausgefallenen Finanzinstrumente zu nutzen“, sagte Bush.

Seine Äußerungen wurden mit einer Handy-Kamera aufgezeichnet und am Dienstag auf dem Video-Internetportal Youtube veröffentlicht. Bush war in Houston zur Sammlung von Spenden für den Kongress-Wahlkampf des Republikaners Pete Olson.

Der 62-jährige Bush war im Alter von 30 Jahren wegen Trunkenheit am Steuer festgenommen worden. Als er 40 wurde, wandte er sich vom Alkohol ab.

Trotz seiner kernigen Meinung zur Subprime-Krise machte Bush am Mittwoch den Weg frei für das Nothilfe-Paket der Regierung für die angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac. Der Präsident werde trotz seines Widerstands gegen Teile des Paketes nicht wie gedroht von seinem Vetorecht Gebrauch machen und die Gesetze unterzeichnen, erklärte eine Sprecherin des US-Präsidialamtes am Mittwoch. Die Aktien der beiden Konzerne legten an der Wall Street fast 20 Prozent zu, da die noch ausstehende Zustimmung des US-Repräsentantenhauses als sicher galt.

Das Rettungspaket macht es den beiden Immobilienfinanzierern mit staatlicher Unterstützung deutlich leichter, sich am Kapitalmarkt Geld zu beschaffen. Haushaltsexperten des US-Kongresses schätzen, dass die Gesetze die Regierung bis zu 25 Milliarden Dollar kosten könnten.

Fannie Mae und Freddie Mac stehen direkt oder indirekt für einen riesigen Teil der Hypotheken in den USA gerade. Vor Ankündigung des Paketes vor gut einer Woche hatten die Finanzmärkte heftig über eine drohende Pleite der Konzerne spekuliert. Regierung und Notenbank mussten deshalb einspringen, da eine Zahlungsunfähigkeit einen völligen Kollaps des US-Immobilienmarktes mit unabsehbaren Folgen für die Weltwirtschaft bedeuten könnte.

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