Video-Botschaften
Experten: Terror-Drohungen oft Propaganda

Nach den jüngsten Botschaften des Terrornetzwerks El Kaida haben US-Experten darauf verwiesen, dass sich viele dieser Drohungen in der Vergangenheit als reine Propaganda entpuppt haben.

HB WASHINGTON. Seit den Madrider Bombenanschlägen 2004 habe El Kaida erkannt, dass sich mit Terror der Ausgang von Wahlen beeinflussen lasse, erklärten zwei Experten der SITE Intelligence Group, die terroristische Veröffentlichungen im Internet verfolgt.

Für einen großen Anschlag seien umfassende Vorbereitung, Ressourcen und "Glück" nötig - viel einfacher seien da Drohbotschaften. Deshalb habe El Kaida in der Vergangenheit häufig Propaganda genutzt, um mit Videos oder Audiobotschaften Angst zu verbreiten, schreiben die beiden SITE-Führungsmitglieder Rita Katz und Josh Devon in einer am Samstag veröffentlichten Erklärung.

Als Beispiel verweisen die Experten auf eine Botschaft von El- Kaida-Führer Osama bin Laden, der im November 2004 die Amerikaner warnte: "Ich sage es Euch ehrlich, Eure Sicherheit liegt nicht in den Händen von (US-Präsident George W.) Bush, (des demokratischen Kandidaten John) Kerry oder El Kaida, sondern in Euren eigenen Händen." Auch Drohungen gegen Europa seien nichts Neues. So habe Bin Laden im März 2008 nach der Veröffentlichung der umstrittenen Mohammed-Karikaturen in Dänemark und anderen europäischen Ländern mit Konsequenzen gedroht.

Nach Angaben der SITE-Experten bleibt El Kaida allerdings weiter gefährlich, und deshalb müssten Regierungen und Sicherheitskräften wachsam bleiben - nicht nur in den Wochen nach der Veröffentlichung eines neuen Videos. Terroristen würden nie auf die Veröffentlichung einer Drohbotschaft warten - sie würden zuschlagen, wenn die Terrorgruppe genügend trainiert und bereit sei.

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