Video-Kanal der US-Politikerin
Palins persönliches Big-Brother

Die politische Karriere von Sarah Palin ist vorbei, jetzt lebt sie von Selbstvermarktung. Der neueste Coup: Ein Internet-Video-Kanal von, mit und über Sarah Palin. Ein Abo kostet zehn Dollar im Monat.
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WasillaAuf die Sekunde: Die Barack-Obama-Uhr zählt penibel genau die Tage, Minuten und Sekunden herunter, bis die zweite Präsidentschaft des ersten farbigen Präsidenten der USA endlich ausläuft. Die Uhr ist eines der prominentesten und bestplatzierten Bestandteile auf dem neuen SarahPalinchannel.com, des Web-TV-Kanals der gleichnamigen Ex-Politikerin. Nur ihr eigenes Bild ist noch größer und besser platziert.

Palin, frühere Gouverneurin von Alaska und politischer Fehltritt als gekrönte Vizepräsidentin von Präsidentschaftskandidat John McCain 2008, ist für die konservative Politik in den USA so etwas wie die Kardashians für die Glitzerwelt von Hollywood. Seit 2007 verfolgt die Zielgruppe der Yellowpress mit Hingabe den lasziven Lebenswandel der B-Promi-Skandal-Familie aus Los Angeles.

Überall in ihrem Haus installierte Kameras geben Palin nun die Chance, der Welt ihre sattsam bekannten Überzeugungen zu jeder Tages- und Nachtzeit ungestört mitzuteilen. Dazu gibt es Privates und Erheiterndes aus dem Familienleben in Wasilla, Alaska, verspricht sie. Ob aus der Küche oder der Veranda, von wo man mit ihr zusammen am Abend in den weiten Horizont blicken kann, an dessen Ende Russland liegt. Oder so ähnlich.

Ihre politische Karriere ist vorbei, nach Bürgermeisterin in einem 8000-Seelen-Dorf und Gouverneurin von Alsaka folgte die Kandidatur als Vizepräsidentin, dann der Absturz. Jetzt ist die Selbstvermarktung ihre große Bühne. Sporadische, bezahlte Auftritte im konservativen Sender Fox News, Reden und Vorträge als Leitfigur der Tea Party, Rechtsausleger der Republikaner.

Entsprechend geht alles amerikanisch-rustikal patriotisch zu, so wie man es erwartet. Zum Wochenende grüßt ein Foto eines SUV, auf dessen Heckscheibe eine amerikanische Flagge prangt, dazu die Worte: „Wenn Du dich von dieser Flagge beleidigt fühlst, dann helfe ich dir packen.“ Bei uns heiß das am Stammtisch früher „Dann geh‘ doch rüber.“

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