Video zeigt Ermordung von Margaret Hassan
Entführte Care-Mitarbeiterin offenbar erschossen

Die vor einem Monat im Irak verschleppte Mitarbeiterin der Hilfsorganisation Care ist offenbar tot. Die Entführer von Margaret Hassan sollen ihre Geisel erschossen und die Tat in einem Video festgehalten haben.

HB BAGDAD. „Wir können bestätigen, dass es ein Videoband gibt, das die Ermordung von Margaret zu zeigen scheint“, sagte ein Vertreter der britischen Botschaft in Bagdad am Dienstag. „Wir glauben, dass es wohl authentisch ist.“ „Sie ist vermutlich ermordet worden“, sagte auch der britische Außenminister Jack Straw. Bereits zuvor hatte der Ehemann der Britin erklärt, es gebe wohl ein Video, das die Gräueltat zeige. „Ich will wissen, ob sie getötet wurde oder noch lebt. Wenn sie tot ist, will ich wissen, wo sie ist, damit ich sie in Frieden beisetzen kann“, sagte Tahsin Hassan.

„Margaret hat mit mir mehr als 30 Jahre im Irak gelebt und ihr Leben dem Dienst am irakischen Volk gewidmet“, sagte der Ehemann der Britin, die auch die irakische Staatsbürgerschaft besitzt. Die Care-Chefin im Irak war am 19. Oktober auf dem Weg zur Arbeit entführt worden.

Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira erklärte, das Video scheine zu zeigen, wie ein Mann Frau Hassan erschießt. Der Sender werde das Band nicht ausstrahlen. In dem Video sei zu sehen, wie eine vermummte Person einer Frau in den Kopf schieße. Der Frau seien die Augen verbunden gewesen. Es könne jedoch nicht mit Sicherheit gesagt werden, dass es sich tatsächlich um Hassan handelte. Hassan wäre die erste ausländische Frau, die von Geiselnehmern im Irak getötet wurde.

Zuletzt waren mehrere Videobänder der unbekannten Entführer aufgetaucht, in denen Hassan die britische Regierung anfleht, die Truppen aus dem Irak abzuziehen. Zeitweise hatte es geheißen, Hassan sei an eine Gruppe des Al-Kaida-Verbündeten im Irak, Abu Mussab al-Sarkaui, übergeben worden. In einer im Internet verbreiteten Erklärung rief Al-Sarkaui jedoch die Entführer auf, Hassan freizulassen, wenn nicht bewiesen werden könne, dass sie eine Spionin sei.

„Jemanden zu entführen und zu töten ist nicht zu entschuldigen“, sagte Außenminister Straw. „Es ist widerwärtig, ein solches Verbrechen an einer Frau zu begehen, die die meiste Zeit ihres Lebens dafür geopfert hat, sich für die Menschen im Irak einzusetzen.“ Im vergangenen Monat enthaupteten Al-Sarkaui-Anhänger den Briten Kenneth Bigley, nachdem die Londoner Regierung sich geweigert hatte, ihre Truppen aus dem Irak abzuziehen. Mit den Entführungen und Anschlägen versuchen Aufständische, die US-geführten Truppen aus dem Land zu vertreiben. Derzeit befinden sich im Irak mehrere Ausländer in der Gewalt von Aufständischen. Darunter ist auch eine polnische Frau.

Amerikanische Soldaten und eine irakische Spezialeinheit haben es im so genannten Todesdreieck südlich von Bagdad geschafft, eine Geisel zu befreien. Wie die US-Armee am Mittwoch berichtete, entdeckten sie den irakischen Lastwagenfahrer am Montag bei einer Razzia nahe der Kleinstadt Mahmudija. Der Fahrer erklärte, seine Entführer hätten ihm vorgeworfen, er arbeite für die ausländischen Truppen.

An einer Straßensperre der irakischen Nationalgarde vor dem polnischen Hauptquartier Camp Babylon griffen am Dienstagabend etwa fünf Aufständische an. Die Nationalgardisten forderten bei den Polen Verstärkung an. Das polnische Militärkommando berichtete, ein Angreifer sei verwundet oder getötet worden. Die Soldaten blieben unverletzt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%