Vielbeachtete Rede bringt wenig Neues
Bush fordert Engagement von Europa

Japan und Europa profitierten im gleichen Maße von der Befriedung des Iraks wie der Rest der Welt, sagte US-Präsident George W. Bush. Entsprechend seien auch sie verpflichtet, sich am Wiederaufbau des Irak zu beteiligen - auch finanziell.

HB WASHINGTON. US-Präsident George W. Bush hat die internationale Gemeinschaft in die Pflicht genommen, sich finanziell am Wiederaufbau im Irak zu beteiligen. „Japan und Europa sollten zu diesem Erfolg beitragen“, forderte Bush am Sonntagabend (Ortszeit) in einer in den USA landesweit übertragenen Fernsehansprache. Gleichzeitig kündigte er an, für den Antiterrorkampf weltweit und den Wiederaufbau im Irak und in Afghanistan weitere 87 Mrd. Dollar (fast 78,4 Mrd. €) zu beantragen.

Abgesehen von der Etatforderung sahen amerikanische Kommentatoren in ersten Reaktionen wenig Neues in Bushs Rede. So habe der Präsident keinen Zeitplan für den Rückzug der amerikanischen Soldaten aus dem Irak genannt. Als Strategie nannte Bush drei Hauptziele im Irak: „Die Terroristen zerstören, die Unterstützung anderer Länder für einen freien Irak gewinnen und den Irakern helfen, Verantwortung für ihre eigene Verteidigung und ihre Zukunft zu übernehmen.“

„Die Mitglieder der Vereinten Nationen haben jetzt die Gelegenheit und die Verpflichtung, eine größere Rolle dabei zu übernehmen, dass der Irak eine freies und demokratisches Land wird“, sagte Bush. Nicht alle Staaten hätten die Entscheidung der USA zum Krieg mitgetragen, sagte Bush. „Aber wir können nicht zulassen, dass vergangene Differenzen unsere jetzigen Aufgaben beeinflussen“, sagte Bush.

Die US-Regierung hat vergangene Woche nach langem Widerstand eine neue UN-Resolution vorgeschlagen, die den Vereinten Nationen im Irak eine größere Rolle einräumt. Damit hofft die Regierung den Weg für mehr ausländische Truppen als auch für mehr finanzielle Unterstützung für den Wiederaufbau freizumachen. Das militärische Oberkommando soll danach in amerikanischer Hand bleiben. Aber auch im Zivilbereich wollen die Amerikaner weiter die Befehlsgewalt behalten, sagte Außenminister Colin Powell am Sonntag vor Bushs Rede.

Im Irak sind nach Angaben von Bush rund 130 000 amerikanische Soldaten stationiert, sowie rund 20 000 Soldaten aus 29 anderen Nationen. Die US-Regierung hat sich bislang nicht dazu geäußert, wie viele weitere Soldaten sie für Sicherheitsaufgaben für nötig hält.

Angesichts von wachsendem Chaos und immer neuen Anschlägen auf US-Soldaten im Irak war Bush in den vergangenen Wochen immer stärker unter Druck geraten. Die demokratischen Präsidentschaftskandidaten warfen im totales Versagen im Irak vor. Die Regierung habe keine vernünftige Strategie für die Nachkriegszeit gehabt. Mit seiner Rede wollte Bush die Vorwürfe entkräften.

Bush versicherte, dass die USA sich trotz aller Rückschläge nicht aus der Verantwortung stehlen werden. „Der Irak ist jetzt die Hauptfront (im Anti-Terrorkampf) und dort müssen die Terroristen geschlagen werden. Das braucht Zeit und wird Opfer fordern. Wir werden aber alles tun was nötig ist, um diesen lebenswichtigen Sieg im Krieg gegen den Terror zu erringen, um die Freiheit zu fördern und unsere Nation sicherer zu machen.“ Das irakische Volk forderte Bush auf, mehr Verantwortung für die eigene Zukunft zu übernehmen.

„Der Nahe Osten wird entweder ein Ort des Fortschritts und Friedens, oder ein Ort, von dem aus Gewalt und Terror exportiert wird“, sagte Bush, „Der Triumph der Demokratie und der Toleranz im Irak, in Afghanistan und anderswo wäre ein schwerer Schlag gegen den internationalen Terrorismus.“

Einige Zitate aus der Rede Bushs:

„Ich weiß, dass nicht alle unserer Freunde mit unserer Entscheidung einverstanden waren, die UN-Sicherheitsratsresolutionen durchzusetzen und Saddam Hussein zu stürzen. Aber wir können nicht zulassen, dass vergangene Differenzen unsere jetzigen Aufgaben beeinflussen. Terroristen im Irak haben die Vertreter der zivilisierten Welt angegriffen. Sich ihnen entgegenzustellen muss Sache der zivilisierten Welt sein.“

„Die Mitglieder der Vereinten Nationen haben jetzt die Gelegenheit und die Verpflichtung, eine größere Rolle dabei zu übernehmen, dass der Irak ein freies und demokratisches Land wird.“

„Europa, Japan und der Nahe Osten werden von dem Erfolg der Freiheit in den beiden Ländern (Irak und Afghanistan) profitieren. Sie sollten zu diesem Erfolg beitragen.“

„Unsere Strategie im Irak hat drei Ziele: die Terroristen zerstören, die Unterstützung anderer Länder für einen freien Irak in Anspruch nehmen und den Irakern helfen, Verantwortung für ihre eigene Verteidigung und ihre Zukunft zu übernehmen.“

„Der Irak ist jetzt die Hauptfront (im Anti-Terrorkampf) und dort müssen die Terroristen geschlagen werden. Das braucht Zeit und wird Opfer fordern. Wir werden aber alles tun was nötig ist, um diesen lebenswichtigen Sieg im Krieg gegen den Terror zu erringen, um die Freiheit zu fördern und unsere Nation sicherer zu machen.“

„Der Nahe Osten wird entweder ein Ort des Fortschritts und Friedens, oder ein Ort von dem aus Gewalt und Terror exportiert wird (...). Der Triumph der Demokratie und der Toleranz im Irak, in Afghanistan und anderswo wäre ein schwerer Schlag gegen den internationalen Terrorismus.“

„Der Irak ist jetzt für die nächsten Schritte auf dem Weg zu einer eigenen Regierung bereit. Die UN-Resolution, die wir einbringen, ermuntert den irakischen Regierungsrat, Vorstellungen und einen Zeitplan für eine neue Verfassung und für freie Wahlen vorzulegen. Ich habe immer das Vertrauen in die Fähigkeit der Iraker gehabt, sich selbst zu regieren. Nun müssen sie die Verantwortung eines freien Volkes übernehmen und die Segnung ihrer eigenen Freiheit sichern.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%